Pfiffe gegen Sané: Klare Worte von Nagelsmann und Undav
31.03.2026 - 04:34:04 | dpa.deBundestrainer Julian Nagelsmann hat ebenso wie mehrere FuĂball-Nationalspieler um SiegtorschĂŒtze Deniz Undav und KapitĂ€n Joshua Kimmich die Pfiffe gegen Leroy SanĂ© beim 2:1 im WM-Test gegen Ghana beklagt.Â
«Ich will keine Fans kritisieren, weil das habe ich einmal gemacht vor ein, zwei Jahren. Das hĂ€tte ich nicht machen sollen. Generell finde ich es aber wichtig, dass wir, egal, ob man jetzt zufrieden ist mit der Leistung oder nicht, den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstĂŒtzt, wie er den Adler auf der Brust trĂ€gt», sagte Nagelsmann.Â
Der umstrittene SanĂ© war bei seiner Einwechslung in der 78. Minute von Teilen des Stuttgarter Publikums mit Pfiffen bedacht worden. Sehr deutlich Position bezog nach der Partie in seinem Heimstadion der Stuttgarter Angreifer Undav, der auf Kopfballvorlage von SanĂ© das spĂ€te Siegtor erzielt hatte.Â
Undavs Appell an die deutschen Fans
«Ich appelliere noch mal an die Fans: Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen. Wir wissen um seine QualitĂ€t. Und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation, wir mĂŒssen zusammenhalten, da darf man keinen ausgrenzen», sagte Undav.Â
Zuvor hatte der Matchwinner bereits nach Abschluss eines ARD-Interviews von sich aus das Thema vor laufender Kamera angesprochen, da ihm eine Verteidigung SanĂ©s besonders am Herzen lag. «Ich finde es sehr schade, dass ich so einen Support kriege und ein Mitspieler von mir bei der Nationalmannschaft ausgepfiffen wird», sagte Undav, der in Stuttgart schon vor seiner Einwechslung mit Sprechchören bedacht worden war.Â
Kimmich sieht bessere Leistung
Kimmich lobte SanĂ© fĂŒr einen engagierten Kurzauftritt. «Er ist eigentlich einer, der ĂŒberhaupt nicht egoistisch ist. Und deswegen wird ihm das auch nicht immer gerecht, diese Sichtweise von auĂen», betonte der DFB-KapitĂ€n. Beim 4:3 in der Schweiz hatte SanĂ© am vergangenen Freitag als Startelfspieler eine schwache Leistung gezeigt. Auch bei seinen WM- und EM-EinsĂ€tzen hatte der 30 Jahre alte SanĂ© nie sein ganzes Potenzial abgerufen.Â
Im November hatte Nagelsmann den Offensivmann von Galatasaray Istanbul öffentlich angezĂ€hlt und betont, dass dieser unter ihm als Bundestrainer nicht mehr viele Chancen im DFB-Team bekommen werde. AnschlieĂend hatte SanĂ© beim wichtigen 6:0 gegen die Slowakei zum Abschluss der WM-Qualifikation zweimal getroffen.Â
Nagelsmann wĂŒnscht sich UnterstĂŒtzung fĂŒr jeden Nationalspieler auf dem Weg zur WM im Sommer. «Ich finde schon, wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen, in AnfĂŒhrungszeichen, wird es garantiert nicht besser. Das ist in meinen Augen der falsche Weg», sagte der Bundestrainer. «Er hat sogar das Tor vorbereitet. Da haben die Fans dann gejubelt.»Â
Sportlich bescheinigte der Bundestrainer SanĂ© bei seinem Kurzauftritt eine Steigerung gegenĂŒber dem Auftritt beim 4:3 gegen die Schweiz: «Ich glaube, Leroy hat heute deutlich besser gespielt.»
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