Ukraine, Militär

Klingbeil zeigt sich skeptisch zu Friedenstruppen in der Ukraine

17.12.2025 - 00:00:00

Nach den Ukraine-Beratungen in Berlin hat Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil sich zurückhaltend zur Frage nach deutschen Soldaten zur Friedenssicherung geäußert.

"Wir sollten nicht den fünften Schritt vor dem ersten machen, sondern die Debatte führen, wenn sie wirklich ansteht", sagte Klingbeil der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) zur Frage, ob sich Deutschland an einer Friedenstruppe beteiligen werde. "Klar ist: Deutschland wird immer seiner Verantwortung gerecht werden. Wir sind schon heute der größte Unterstützer der Ukraine", sagte er. "Wir Europäer, die USA und die Ukraine haben Putin mit dem Treffen in Berlin ein kräftiges Signal für einen echten und nachhaltigen Frieden gesendet. Es ist gelungen, eine gemeinsame Strategie festzulegen. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, einen gemeinsamen Weg zu gehen und dass wir sehr eng zusammenstehen", so der Finanzminister.

Die Gespräche in Berlin hätten gezeigt, dass es keine Entscheidungen über die Köpfe der Ukrainer und der Europäer hinweg geben könne. "Alles Weitere werden wir in den kommenden Wochen konkretisieren müssen, wenn wir dem Frieden hoffentlich näherkommen." Entscheidend sei jetzt, ob sich Putin bewege. "Er ist derjenige, der diesen Krieg begonnen hat und diesen Krieg sofort beenden kann. Er ist derjenige, der die Verantwortung für das tägliche Sterben trägt. Der Ball liegt jetzt bei ihm", sagte Klingbeil. "Ich habe weiterhin große Zweifel daran, ob Putin Frieden will. Er führt diesen Krieg weiter mit unfassbarer Brutalität gegen die ukrainische Bevölkerung. Putin verfolgt Großmachtfantasien." Trotzdem sei es richtig, jeden Versuch für Friedensverhandlungen zu machen. Klingbeil erklärte, er unterstützte überdies den Plan, eingefrorenes russisches Vermögen zur Finanzierung der Ukraine-Hilfe zu nutzen, über den ab Donnerstag auf dem EU-Gipfel in Brüssel entschieden werden soll. "Es ist wichtig, dass wir die Unterstützung der Ukraine über die nächsten Jahre finanziell sicherstellen. Und es gibt den großen Wunsch der meisten Europäer, die eingefrorenen russischen Vermögen stärker zu nutzen", sagte der Vizekanzler. "Dafür suchen wir nach den richtigen Wegen und beraten darüber sehr intensiv. Es muss am Ende klar sein, dass Russland als Aggressor Reparationsleistungen zu zahlen hat und finanzielle Verantwortung übernehmen muss", sagte er. "Putin wird für die Zerstörung durch seinen Krieg bezahlen müssen."

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Neue Angriffe: Notabschaltungen in Großteil der Ukraine Russlands Militär hat erneut massiv das Energiesystem der Ukraine angegriffen. (Boerse, 07.02.2026 - 10:47) weiterlesen...

Russischer General bei Attentat schwer verletzt. Dessen Chef leitet für Russland die Verhandlungen über das Kriegsende in der Ukraine. Ein russischer Top-General und Geheimdienstler liegt nach einem Anschlag auf der Intensivstation. (Ausland, 06.02.2026 - 12:00) weiterlesen...

Selenskyj spricht von 55.000 getöteten ukrainischen Soldaten. Der ukrainische Präsident nennt jetzt neue Zahlen zu eigenen Verlusten. Andere Schätzungen liegen weit darüber. Jeden Tag sterben zig Soldaten im Ukraine-Krieg - und das schon seit vier Jahren. (Ausland, 05.02.2026 - 01:52) weiterlesen...

Ukrainische Energieinfrastruktur nach Angriffen stark gefährdet Der ukrainische Energieexperte Oleksandr Kharchenko hält die Situation der Energieinfrastruktur nach den jüngsten russischen Luftangriffen in der Nacht zu Dienstag für "extrem gefährlich und kritisch".Die Lage sei aktuell komplizierter als jemals zuvor seit dem Beginn der russischen Invasion vor vier Jahren, sagte der Leiter des ukrainischen Energieforschungszentrums den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. (Sonstige, 04.02.2026 - 12:55) weiterlesen...

Hardt: Russland nutzt Ukraine-Verhandlungen für Zeitgewinn Außenpolitiker der Regierungskoalition haben vor zu hohen Erwartungen an die nächste Runde der Friedensgespräche von Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi gewarnt."Russland zeigt durch seine bewussten Angriffe auf Kiews Energieinfrastruktur, dass der Kreml kein Interesse an Frieden hat, sondern den kalten Winter nutzt, um die Moral des ukrainischen Volkes zu untergraben", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". (Ausland, 04.02.2026 - 07:16) weiterlesen...

Russland verstärkt Angriffe auf ukrainische Infrastruktur wieder Einen Tag vor den geplanten Friedensgesprächen in Abu Dhabi hat die Ukraine erneut heftige russische Luftangriffe gemeldet.Russland habe in der Nacht mehr als 500 Drohnen und Raketen auf Städte in der Ukraine abgefeuert, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Dienstag mit. (Sonstige, 03.02.2026 - 10:40) weiterlesen...