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Mehrere Kohlekraftwerke vom Netz - Habeck hĂ€lt Versorgung fĂŒr sicher

01.04.2024 - 16:08:13

Nach der Abschaltung mehrerer Kohlekraftwerke hĂ€lt Wirtschaftsminister Robert Habeck die deutsche Energieversorgung weiterhin fĂŒr gesichert und fĂŒr unabhĂ€ngiger als vor dem Ukraine-Krieg.

"Mehrere Kohlekraftwerke, die wĂ€hrend der letzten zwei Jahre vorsorglich noch am Netz waren, sind daher nun ĂŒberflĂŒssig und können endgĂŒltig vom Netz", sagte der GrĂŒnen-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Preise fĂŒr Strom und Gas seien deutlich gefallen und der Strom stamme durch den Ausbau erneuerbarer Energien "mittlerweile mehrheitlich aus sauberen, klimafreundlichen Quellen", so Habeck.

Über Ostern wurde mehreren Kraftwerken der Stecker gezogen, die nach ursprĂŒnglichen PlĂ€nen eigentlich schon gar nicht mehr im Einsatz sein sollten: Zum Monatswechsel sind mehrere Braunkohlekraftwerke endgĂŒltig stillgelegt worden. Im Rheinischen Revier sowie in Brandenburg wurden insgesamt sieben Kraftwerksblöcke abgeschaltet, wie die Energieunternehmen RWE DE0007037129 sowie Leag am Ostersonntag bestĂ€tigten. Insgesamt hatten diese Blöcke eine Leistung von rund 3,1 Gigawatt.

Außerdem seien acht mittlere und kleinere Steinkohleanlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,3 Gigawatt endgĂŒltig vom Netz, hieß es am Montag vom Wirtschaftsministerium unter Berufung auf Angaben der Bundesnetzagentur. Auch diese hĂ€tten vorĂŒbergehend wieder Strom produziert, um in den vergangenen zwei Jahren den Gasverbrauch zu senken. Dazu zĂ€hlt etwa das Steinkohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine.

Blöcke sollten eigentlich schon frĂŒher vom Netz

Die Stilllegung der Kraftwerke war eigentlich schon zu frĂŒheren Zeitpunkten geplant gewesen. Nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs musste Deutschland jedoch unabhĂ€ngig von russischem Gas werden: So ließ die Bundesregierung mehrere Blöcke von Kohlekraftwerken lĂ€nger laufen als geplant oder holte sie aus der Reserve, um sie fĂŒr die Stromerzeugung zu nutzen und Erdgas zu sparen. Zum Ende des Winters 2023/24 ist nun aber endgĂŒltig Schluss.

Durch den deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stabilisierung der Versorgungslage mit Gas sei der Weiterbetrieb der Kraftwerksblöcke "weder erforderlich noch wirtschaftlich", hieß es vom Wirtschaftsministerium.

Im November waren in Deutschland laut Bundesnetzagentur insgesamt Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 245 Gigawatt am Markt. Davon entfielen rund 159 Gigawatt auf erneuerbare EnergietrÀger.

Die GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger sagte einer Mitteilung zufolge: "Angesichts der sich verschĂ€rfenden Klimakrise sind die Stilllegungen von Kohlekraftwerken eine wichtige Maßnahme, um Treibhausgase zu reduzieren."

ZusÀtzliche Emissionen sollen ausgeglichen werden

Das Bundeswirtschaftsministerium ist gesetzlich verpflichtet zu prĂŒfen, wie viel zusĂ€tzliches Treibhausgas durch den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke ausgestoßen wurde. Bis Ende Juni muss es VorschlĂ€ge machen, mit welchen Maßnahmen diese zusĂ€tzlichen Emissionen ausgeglichen werden können.

Das Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass trotz der zusĂ€tzlichen Kohleverstromung diese seit den 60er Jahren auf ein Rekordtief gesunken sei und die CO2-Emissionen im Energiebereich im vergangenen Jahr dennoch um 20 Prozent zurĂŒckgegangen seien.

@ dpa.de | DE0007037129 PRODUKTION/ABSATZ