Judo-Bundesliga, Akaki Japaridze

Judo-Bundesliga: Akaki Japaridze nach Attacke auf Timo Cavelius lebenslang gesperrt

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Attacke auf den deutschen Olympia-Judoka Timo Cavelius ist Akaki Japaridze auf Lebenszeit für die Judo-Bundesliga gesperrt worden. Weitere Verfahren beim Weltverband, dem georgischen Verband und den deutschen Strafverfolgungsbehörden laufen noch.

Deutschlands Olympia-Starter Timo Cavelius (r) wurde Opfer einer Prügel-Attacke. (Archivfoto) - Bild: Erik Gruhn/Deutscher Judo-Bund/dpa
Deutschlands Olympia-Starter Timo Cavelius (r) wurde Opfer einer Prügel-Attacke. (Archivfoto) - Bild: Erik Gruhn/Deutscher Judo-Bund/dpa

Akaki Japaridze ist nach seiner Prügelattacke auf den deutschen Judoka Timo Cavelius auf Lebenszeit für die Judo-Bundesliga gesperrt worden.

Nie mehr in der deutschen Topklasse

Der 24 Jahre alte Georgier darf künftig für keinen Verein der höchsten deutschen Liga gemeldet werden oder dort kämpfen. Die Entscheidung traf die Exekutive der Judo-Bundesliga.

Ligareferentin Pamela Bickendorf erklärte, sie sei mit dem Ergebnis des Verfahrens zufrieden. Gegen Japaridze laufen außerdem Verfahren beim Georgischen Judoverband, beim Weltverband IJF und ein strafrechtliches Verfahren in Deutschland.

Kieferbruch nach dem Kampf

Japaridze war als Gastkämpfer des JC Leipzig gegen Timo Cavelius vom TSV Abensberg angetreten. Nach dem Kampf schlug er den 29 Jahre alten deutschen Olympia-Starter und verletzte ihn so schwer, dass Cavelius ins Krankenhaus musste und einen Kieferbruch erlitt.

Wegen der Verletzung verpasst Cavelius die Weltmeisterschaft in Baku. Japaridze hatte sich anschließend auf Instagram zu dem Vorfall geäußert, zugleich aber erklärt, die Attacke sei nicht durch Emotionen nach einer sportlichen Niederlage ausgelöst worden. Er verwies auf ein aus seiner Sicht ehrverletzendes Verhalten des Gegners.

Hinkampf nachträglich aberkannt

Der Deutsche Judo-Bund hatte diese Darstellung als Relativierung beziehungsweise Verteidigung einer schwerwiegenden Körperverletzung zurückgewiesen. Neben der lebenslangen Sperre beschloss die Bundesliga weitere Maßnahmen.

Der von Japaridze gewonnene Hinkampf gegen Cavelius wird als verloren für Japaridze gewertet. Der Mannschaftskampf zwischen Leipzig und Abensberg wird damit abschließend mit 7:7 bei einer Unterbewertung von 62:57 gewertet.

Sanktion im Ligabetrieb

Die lebenslange Sperre betrifft den Einsatz in der Judo-Bundesliga und schließt eine Meldung für einen Verein der deutschen Topklasse aus. Zusätzlich wird der Hinkampf gegen Timo Cavelius nachträglich als verloren gewertet. Damit reagiert die Liga nicht nur persönlich auf den Vorfall, sondern korrigiert auch dessen sportliche Folgen.

Mehrere Verfahren laufen weiter

Die Entscheidung der Bundesliga beendet die weiteren rechtlichen und sportorganisatorischen Schritte nicht. Verfahren beim Georgischen Judoverband und beim Weltverband IJF können unabhängig davon eigene Konsequenzen für Akaki Japaridze haben. Hinzu kommt das strafrechtliche Verfahren in Deutschland, dessen Ausgang von der sportrechtlichen Sanktion getrennt zu betrachten ist.

Folgen für Cavelius und den Wettbewerb

Für Timo Cavelius hat die Verletzung unmittelbare sportliche Folgen: Der deutsche Olympia-Starter verpasst nach Angaben der dpa die Weltmeisterschaft in Baku. Die nachträgliche Wertung verändert außerdem das Ergebnis des Mannschaftskampfs zwischen dem JC Leipzig und dem TSV Abensberg auf 7:7 bei einer Unterbewertung von 62:57. Der Fall rückt damit neben der persönlichen Konsequenz auch die Verantwortung von Vereinen und Verbänden beim Einsatz von Gastkämpfern in den Blick.

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