Steuerzahlerbund fordert 18 statt 27 EU-Kommissare
20.07.2024 - 04:00:00"Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass Europa Kommissare fĂŒr Themen wie Förderung der europĂ€ischen Lebensweise, Demokratie und Demografie oder Gleichheit braucht. Neben dem EU-Chefdiplomaten existiert auch noch eine Kommissarin fĂŒr internationale Partnerschaften. Das alles wirkt sehr konstruiert", so JĂ€ger. Nach Ansicht des europĂ€ischen Steuerzahlerbundes ergibt das gesetzmĂ€Ăig verankerte Rotationsprinzip, wonach nicht jedes Land in jeder Legislaturperiode Anspruch auf einen eigenen Kommissar hĂ€tte, Sinn. JĂ€ger: "Regeln sind dazu da, um sie einzuhalten und nicht, um sie permanent durch Absprachen auszuhebeln." Die EU-Regierungen sollten sich schon daran halten, was sie selbst beschlossen haben, sagte er. "Wenn sich die politisch Verantwortlichen dieses Mal erneut um eine Verkleinerung der EU-Kommission herumdrĂŒcken sollten, dann mĂŒssten sie jetzt aber wenigstens festlegen, dass die Zahl der EU-Kommissare zumindest in fĂŒnf Jahren definitiv reduziert wird. Denn gerade auf der EU-Ebene wĂ€re ein BĂŒrokratieabbau dringend nötig. Die Kommission muss kleiner werden. Weniger ist hier mehr." Hintergrund: Der Vertrag von Lissabon, am 13. Dezember 2007 in Lissabon unterzeichnet, schreibt vor, dass ab dem Jahr 2014 nur noch zwei Drittel der Mitgliedstaaten einen Kommissar stellen können (Art.17 Abs. 5 EU-Vertrag). Demnach dĂŒrften nur noch 18 EU-Kommissare statt 27 ernannt werden. Allerdings beinhaltet der Vertrag von Lissabon auch eine Ăffnungsklausel: Die EU-Regierungen können durch einstimmigen Beschluss die vorgesehene Anzahl von 18 Kommissaren Ă€ndern. Davon machten die EU-LĂ€nder unverzĂŒglich Gebrauch. Sie beschlossen im Mai 2013 einstimmig, am Prinzip "Ein Kommissar pro Land" bis auf weiteres festzuhalten. Erst, wenn die EU 30 Mitglieder zĂ€hlen wĂŒrde, oder spĂ€testens im Jahr 2019 sollten die Regeln des Vertrags von Lissabon zur Anwendung kommen. Daraus ist bis heute nichts geworden.


