WelternÀhrungsprogramm: Im nördlichen Gazastreifen herrscht Hungersnot
04.05.2024 - 20:31:47"Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es im Norden eine ausgewachsene Hungersnot gibt, die sich in den SĂŒden ausbreitet", sagte McCain in einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC. Das Interview sollte am Sonntag in voller LĂ€nge ausgestrahlt werden - vorab veröffentliche der Sender bereits einen kurzen Auszug aus dem GesprĂ€ch.
Experten warnen seit lĂ€ngerem vor einer Hungersnot in dem Kriegsgebiet. Bislang ist die Lage in Gaza aber nicht offiziell als solche eingestuft. Eine internationale Klassifizierung als Hungersnot erfolgt erst nach einem komplexen bĂŒrokratischen Verfahren. McCain betonte auf Nachfrage, ihre EinschĂ€tzung basiere auf dem, was die WFP-Mitarbeiter vor Ort sĂ€hen und erlebten. Sie beklagte eine dramatische humanitĂ€re Lage und betonte: "Es ist so schwer, das anzusehen."
Es sei nun dringend zu hoffen, dass bald eine Waffenruhe ausgehandelt sei, damit die Menschen im Gazastreifen mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten und sanitĂ€ren Einrichtungen versorgt werden könnten, sagte McCain weiter. "All das ist Teil der Hungersnot." Sie mahnte, die Welt dĂŒrfe nicht zulassen, dass es so weitergehe. Gerade in der heutigen Zeit, in der es weltweit mehr als ausreichend Nahrungsmittel gebe, sollte niemand verhungern, betonte die US-Amerikanerin.
Hintergrund der Notlage im Gazastreifen sind massive Bombardierungen und eine Bodenoffensive Israels in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet. Israel reagierte mit der MilitĂ€roffensive auf das schlimmste Massaker in der Geschichte des Landes, bei dem Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel rund 1200 Menschen ermordet und 250 entfĂŒhrt hatten. Nach palĂ€stinensischen Angaben wurden im Gazastreifen seit Kriegsbeginn mehr als 34 000 Menschen getötet.
In den vergangenen Monaten hatten die USA und andere enge VerbĂŒndete Israels zunehmend Druck auf die dortige Regierung gemacht, mehr Hilfslieferungen in das abgeriegelte KĂŒstengebiet zu lassen. Aufgrund der verzweifelten Lage hatten die USA, Deutschland und andere LĂ€nder auĂerdem den Abwurf von humanitĂ€ren GĂŒtern aus der Luft sowie die Einrichtung eines Hilfskorridors ĂŒber den Seeweg veranlasst.
International anerkannte Experten der IPC-Initiative fĂŒr die Analyse von Nahrungskrisen hatten im MĂ€rz gewarnt, dass in Teilen des Gazastreifens eine Hungersnot unmittelbar bevorsteht. Im Norden werde diese voraussichtlich zwischen Mitte MĂ€rz und Mai eintreten, hieĂ es.

