Ăkonom Felbermayr: Russland hat von Sanktionen profitiert
05.08.2024 - 08:27:38 | dts-nachrichtenagentur.de
Nach EinschÀtzung des Wiener Handelsökonomen Gabriel Felbermayr hat Russland von den Sanktionen des Westens profitiert.
Blick ĂŒber Moskau mit dem Kreml (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Zwar sei der GĂŒteraustausch mit dem Westen "deutlich zurĂŒckgegangen", sagte der Direktor des Ăsterreichischen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung dem "Spiegel", doch habe zugleich der Warenverkehr mit SchwellenlĂ€ndern wie China, Indien und der TĂŒrkei stark zugelegt. "Dieser Austausch hat den Westhandel nicht einfach ersetzt, er hat ihn sogar ĂŒbertroffen", sagte Felbermayr.
"Der Nettoeffekt der Sanktionen und des Zusatzhandels mit China, der TĂŒrkei und Indien ist fĂŒr Russland positiv". Den beteiligten LĂ€ndern sei es nach dem russischen Ăberfall auf die Ukraine gelungen, ihre Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern und die Kosten ihres Handels zu senken, fĂŒhrte Felbernayr aus.
Dazu hÀtten "Absprachen zwischen den Regierungen, die Zusammenarbeit der Zentralbanken sowie Lerneffekte der beteiligten Firmen" beigetragen.
"Unsere Berechnungen zeigen, dass Russland und seine Partner ihren Handel in einem AusmaĂ erleichtert haben, der einer Zollsenkung um vier bis fĂŒnf Prozentpunkte entspricht." Felbermayr warnte die westlichen LĂ€nder davor, die Sanktionen weiter zu verschĂ€rfen. Dadurch wĂŒrden "die Handelsströme noch stĂ€rker umgelenkt", sagte er dem "Spiegel". Der Westen sollte eher versuchen, seine eigene Koalition zu vergröĂern und LĂ€nder wie die TĂŒrkei auf seine Seite zu ziehen. Dazu mĂŒsse "der GĂŒteraustausch mit diesen LĂ€ndern erleichtert" werden, forderte Felbermayr, "zum Beispiel durch zusĂ€tzliche Handelsabkommen".
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