Völkerrechtler: Nordkoreaner in Ukraine rechtfertigen Nato-Einsatz
25.10.2024 - 14:41:10 | dts-nachrichtenagentur.de
Nach EinschĂ€tzung von Völkerrechtlern wĂŒrde eine Beteiligung nordkoreanischer Soldaten an Kampfhandlungen in der Ukraine ein militĂ€risches Eingreifen des Westens rechtfertigen.
Schild "Stand with Ukraine" liegt auf dem Boden (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Artikel 51 der UN-Charta rĂ€umt gegen einen bewaffneten Angriff auch ohne ErmĂ€chtigung durch den Sicherheitsrat das `naturgegebene` Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung ein", sagte der Hamburger Völkerrechtler Markus Kotzur dem "Handelsblatt". Die Nato-Partner könnten dann die Ukraine "völkerrechtskonform durch kollektive Selbstverteidigungshandlungen unterstĂŒtzen".
Der Bonner Völkerrechtler Stefan Talmon erinnert daran, dass sich die Ukraine bereits seit Beginn des russischen Angriffskriegs von anderen Staaten im Rahmen des kollektiven Selbstverteidigungsrechts helfen lassen könne. Eine Beteiligung nordkoreanischer Soldaten fĂŒhre als solche nicht zu einer Ănderung der rechtlichen Lage, sagte Talmon dem "Handelsblatt".
Auch Kotzur sagte, das Völkerrecht stehe "einer weitergehenden UnterstĂŒtzung im Rahmen verhĂ€ltnismĂ€Ăiger Selbstverteidigung nicht entgegen".
Eine Hilfe Nordkoreas fĂŒr Russland wĂ€re aus Sicht Kotzurs auch ein klarer Bruch des Völkerrechts. "Beteiligt sich Nordkorea mit eigenen Soldaten an den russischen Kampfhandlungen, verstöĂt es gegen das Gewaltverbot aus Artikel 2, Nummer 4 der UN-Charta, da es militĂ€rische Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit der Ukraine richtet." Der Rechtswissenschaftler Talmon hĂ€lt auch die Lieferung von Waffen mit groĂer Reichweite an die Ukraine fĂŒr möglich. Völkerrechtlich bestĂŒnden "keine Hindernisse fĂŒr den weitreichenden Waffeneinsatz". Dass dies bisher nicht der Fall ist, sei eine "rein politische SelbstbeschrĂ€nkung westlicher Staaten".
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