Philippinen hoffen auf internationales Vorgehen gegen China
27.08.2024 - 10:33:17Erst am Sonntag war es im Streit um GebietsansprĂŒche Pekings in der Region erneut zu einer Kollision zwischen einem Schiff der chinesischen KĂŒstenwache und einem philippinischen Versorgungsschiff auf hoher See gekommen. Das chinesische Schiff soll auch Wasserwerfer eingesetzt haben. "China ist der gröĂte Störenfried des internationalen Friedens in der Asean-Region", sagte der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro mit Blick auf die Vereinigung SĂŒdostasiatischer Staaten.
"Das Gegenmittel ist ein stĂ€rkeres kollektives multilaterales Vorgehen gegen China", betonte der Minister. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, die China anweise, mit den aggressiven Manövern aufzuhören, wĂ€re eine starke MaĂnahme, die die internationale Gemeinschaft ergreifen könnte, fĂŒgte Teodoro hinzu. Er rĂ€umte aber gleichzeitig ein, dass dies nicht leicht zu erreichen sei. Als stĂ€ndiges Mitglied hat China ein Vetorecht im Weltsicherheitsrat.
Immer wieder gefÀhrliche Manöver
Erst vor knapp zehn Tagen waren zwei Versorgungsschiffe der philippinischen KĂŒstenwache mit zwei chinesischen Schiffen kollidiert. Die VorfĂ€lle ereigneten sich sĂŒdöstlich des Sabina Shoals, einer Untiefe, die zu den sowohl von China als auch von den Philippinen beanspruchten Spratly-Inseln gehört.
Vor zwei Wochen hatte die chinesische Luftwaffe nach Angaben der philippinischen StreitkrĂ€fte auch gefĂ€hrliche Manöver ĂŒber dem umstrittenen Scarborough-Riff abgehalten. Chinesische Flugzeuge sollen dabei mehrere Leuchtraketen nahe einer Transportmaschine der philippinischen Luftwaffe eingesetzt haben, die sich auf einer Routinepatrouille befand.
China reklamiert praktisch das gesamte SĂŒdchinesische Meer fĂŒr sich. Dort beanspruchen aber auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei Gebiete. Durch das rohstoffreiche Gebiet geht eine wichtige globale Schifffahrtsroute. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor.

