Gesundheit

Kassen und VZBV warnen vor VerwÀsserung der Gesundheitsreform

19.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach Protesten gegen den Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnen Kassen und VerbraucherschĂŒtzer vor einer VerwĂ€sserung der geplanten Reform."Es ist nicht nachvollziehbar, wie jetzt die verschiedenen VerbĂ€nde der Ärzteschaft, der KrankenhĂ€user und der Pharmaindustrie Horrorszenarien an die Wand malen und sogar den Patientinnen und Patienten mit einer schlechteren Versorgung drohen, um ihren eigenen Reformbeitrag möglichst zu minimieren", sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (noz).

Krankenhausbett (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Jetzt geht es darum, zu verhindern, dass sich unter dem enormen Druck der diversen InteressenverbÀnde im Gesetzgebungsprozess die Belastungen hin zu den Versicherten verschieben."

Die VorstĂ€ndin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Ramona Pop, ergĂ€nzte: "Wir sehen, dass fĂŒr Arzneimittel, fĂŒr die Ă€rztliche Versorgung in Praxen und in Kliniken zu viel Geld ausgegeben wird."

Die Gesundheitsministerin hatte am Donnerstag einen Gesetzentwurf vorgelegt, um im kommenden Jahr 20 Milliarden Euro einzusparen und damit neuerliche Beitragssteigerungen zu verhindern. Das Kabinett will die Reform schon bis Ende des Monats beschließen. Vertreter der KassenĂ€rzte und der Kliniken wehren sich gegen die geplante Bremse fĂŒr Gehaltssteigerungen und das Streichen von VergĂŒtungen und haben fĂŒr Montag zu einer Pressekonferenz geladen.

Es sei zwar verstĂ€ndlich, dass sich gerade alle Interessenvertreter sehr lautstark zu Wort meldeten, sagte Pop dazu. "Wir halten aber viele VorschlĂ€ge zur Begrenzung der Ausgaben fĂŒr sinnvoll, die nicht zur Mehrbelastung der Patienten fĂŒhren." Sie ergĂ€nzte: "Nach aktuellem Plan der Bundesregierung sollen die Patientinnen und Patienten 20 Prozent der Reformlasten schultern, durch deutlich höhere Zuzahlungen und LeistungskĂŒrzungen beim Zahnersatz und Krankengeld. Das ist unsolidarisch und keine ausgewogene Belastungsverteilung mehr."

GKV-Chef Blatt sagte: "Wenn die Regierung den Rotstift bei den ZusatzvergĂŒtungen fĂŒr eine schnellere Terminvergabe ansetzt, ist das richtig, denn schnellere Termine gibt es ja kaum. FĂŒr eine Leistungsverbesserung, die es nicht gibt, kann man auch kein zusĂ€tzliches Geld verlangen." Das mĂŒsse fĂŒr alle Bereiche gelten. "Ich denke nur an neue Arzneimittel, die oft viel teurer, aber selten viel besser sind", so der GKV-Chef zur noz.

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