Bauernblockade, Selenskyj

Wegen Bauernblockade: Selenskyj schickt Regierung an polnische Grenze

21.02.2024 - 17:19:23

Nach tagelangen Protesten polnischer Bauern will der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nun Regierungschef Denys Schmyhal und weitere Kabinettsmitglieder zu Verhandlungen an die blockierten GrenzĂŒbergĂ€nge schicken.

Das gelte vor allem fĂŒr Verteidigungsminister Rustem Umjerow, sagte Selenskyj in einer am Mittwoch auf Ukrainisch und Polnisch veröffentlichten Videoansprache. Das solle noch vor dem zweiten Kriegsjahrestag am Samstag geschehen. "Denn diese Blockade an der Grenze gefĂ€hrdet leider die Waffenlieferungen fĂŒr unsere Jungs an der Front", sagte er.

Selenskyj richtete sich auch an den polnischen MinisterprĂ€sidenten Donald Tusk und Polens StaatsprĂ€sidenten Andrzej Duda. "Und ich bitte dich, Donald, Herr MinisterprĂ€sident, ebenso an die Grenze zu fahren. Andrzej, Herr PrĂ€sident, ich bitte dich ebenso, diesen Dialog zu unterstĂŒtzen", appellierte er an die polnische FĂŒhrung. Es gehe um die nationale Sicherheit der Ukraine. "Wir können das nicht hinauszögern", unterstrich Selenskyj. Er sei auch bereit, selbst an die Grenze zu fahren. Zugleich wandte der PrĂ€sident sich an die EuropĂ€ische Kommission. Diese solle ebenfalls Vertreter zu dem gewĂŒnschten Treffen schicken.

Seit Tagen versuchen polnische Bauern, vor allem Lastkraftwagen mit ukrainischem Getreide an der polnisch-ukrainischen Grenze zu blockieren. Mehrere Tausend Lkw sollen sich an den GrenzĂŒbergĂ€ngen stauen. Der Unmut der polnischen Landwirte richtet sich gegen die EU-Agrarpolitik, aber auch gegen die Einfuhr gĂŒnstiger Agrarprodukte aus der Ukraine. Am Dienstag waren erstmals auch Busse und GĂŒterzĂŒge aus der Ukraine Ziel der Proteste gewesen.

Trotz wieder möglicher Seetransporte bleiben die Routen ĂŒber Polen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine lebenswichtig - auch fĂŒr den ohnehin stockenden Nachschub an Waffen und Munition. Polen zĂ€hlt zu den wichtigsten UnterstĂŒtzern der Ukraine in dem seit schon fast zwei Jahren andauernden Krieg. Vor allem zu Beginn der russischen Invasion war das Nachbarland einer der Hauptanlaufpunkte fĂŒr Millionen ukrainischer FlĂŒchtlinge.

@ dpa.de