GroĂe EnttĂ€uschung: Deutsche Basketballer ohne Medaille
10.08.2024 - 12:47:13 | dpa.deDie erfolgreichste Ăra in der Geschichte des deutschen Basketballs ist mit einer herben EnttĂ€uschung zu Ende gegangen. Im letzten Spiel unter der Regie von Bundestrainer Gordon Herbert verlor die deutsche Mannschaft in Paris das Spiel um Bronze gegen Serbien klar mit 83:93 (38:46) und verpasste damit die erhoffte Olympia-Medaille deutlich.
In der Neuauflage des letztjĂ€hrigen WM-Finales war Franz Wagner mit 18 Punkten bester Werfer in einer schwachen deutschen Mannschaft. Auch die UnterstĂŒtzung von Bundeskanzler Olaf Scholz und Basketball-Legende Dirk Nowitzki half an diesem tristen Samstagvormittag in der Bercy Arena gegen die vom frĂŒheren Bundestrainer Svetislav Pesic trainierten Serben nicht.
Jokic zeigt seine Wucht
Unter Herbert hatte das deutsche Team 2022 bei der Heim-EM Bronze und im vergangenen Jahr in Manila sensationell den WM-Titel gewonnen. Bei den Sommerspielen konnte der Weltmeister um KapitĂ€n Dennis Schröder nach einer starken Vorrunde in Lille mit dem Highlight-Spiel gegen Gastgeber Frankreich wĂ€hrend der Endrunde in Paris aber unerklĂ€rlicherweise zu keiner Zeit sein groĂes Potenzial abrufen.
Im WM-Finale vor elf Monaten hatte sich Deutschland gegen die Serben noch mit 83:77 durchgesetzt. Damals fehlte Serbien allerdings Nikola Jokic. Und der Superstar von den Denver Nuggets machte dem deutschen Team das Leben von Beginn an schwer. Mit seiner Wucht unter dem Korb war das Kraftpaket kaum zu stoppen. Der Center dominierte das Geschehen.
Franz Wagner zunÀchst mit Problemen
Das deutsche Spiel wollte dagegen nicht in Schwung kommen. Wie schon bei der Niederlage im Halbfinale gegen Frankreich fanden Schröder und Co. offensiv keinen Rhythmus. Schröder erzielte im ersten Viertel zwar acht Punkte, versuchte es aber zu oft mit der Brechstange. Auch Jungstar Franz Wagner konnte sich wie schon gegen die aggressiven Franzosen nicht wie erhofft in Szene setzen. Nach zehn Minuten lag der Weltmeister mit neun Punkten hinten (21:30).
Im zweiten Viertel wuchs der RĂŒckstand auf bis zu 14 Punkte an. Der deutsche Auftritt wirkte phasenweise seltsam emotionslos. Von der Euphorie und Begeisterung aus den erfolgreichen WM-Zeiten war nicht viel zu sehen. So reichte den Serben eine gute, aber keinesfalls ĂŒberragende Leistung, um das Spiel zu kontrollieren.
Im dritten Viertel lag die DBB-Auswahl phasenweise sogar mit 19 Punkten hinten. Angetrieben von Franz Wagner versuchte der Weltmeister zwar noch einmal alles und kam auf acht ZĂ€hler heran (74:82), fĂŒr die Wende und die ersehnte Medaille reichte es aber nicht mehr.Â
Bundestrainer-Frage soll bald geklÀrt werden
Herbert hatte nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio die Nachfolge von Henrik Rödl angetreten und gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen festen Kern an Spielern gebildet, von denen er eine Zusage fĂŒr drei Jahre verlangte. Vor allem auf Schröder als KapitĂ€n setzte der Kanadier dabei. Der Bundestrainer lieĂ seinem Aufbauspieler zahlreiche Freiheiten.
Schröder zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurĂŒck. AngefĂŒhrt vom FahnentrĂ€ger dieser Sommerspiele holte Deutschland 2022 und 2023 jeweils eine Medaille - einen Top-Drei-Platz hatte es zuvor seit 2005 und Nowitzki nicht mehr gegeben. In Paris konnte aber auch Schröder nicht ĂŒberzeugen.
Den Nachfolger fĂŒr Herbert will der Deutsche Basketball Bund relativ schnell nach Olympia bekanntgeben. «Das wird zeitnah geschehen», sagte Vize-PrĂ€sident Armin Andres der Deutschen Presse-Agentur in Paris. «Im November stehen schon die nĂ€chsten Spiele in der EM-Qualifikation an. Da braucht der Neue ja einen gewissen Vorlauf, um sich mit den Spielern auszutauschen», sagte Andres. «Daher haben wir natĂŒrlich schon GesprĂ€che gefĂŒhrt.»
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