Polizeigewerkschaften, Vorratsdatenspeicherung

Polizeigewerkschaften pochen auf Vorratsdatenspeicherung

03.04.2024 - 18:59:14

Nachdem die Vorratsdatenspeicherung mehrmals durch das Bundesverfassungsgericht und den EuropÀischen Gerichtshof gestoppt worden ist, drÀngen die Polizeigewerkschaften auf eine rasche Neuregelung.

"Die Speicherung von IP-Daten ist in nahezu allen KriminalitĂ€tsbereichen von enormer Bedeutung, da wir seit Jahren eine Verlagerung von KriminalitĂ€t aus dem analogen in den digitalen Bereich feststellen", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). "Umso fragwĂŒrdiger ist es, dass Bundesjustizminister Buschmann hier weiterhin in einer Blockadehaltung zu verharren scheint und immer noch keinen Gesetzentwurf vorlegt hat, der die Möglichkeiten, die der EuGH bei der anlasslosen Speicherung von IP-Daten eröffnet hat, bestmöglich nutzt", so Peglow. Der FDP-Politiker hatte sich in der Frage zuletzt gegen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gestellt.

Buschmann setzt stattdessen auf das sogenannte "Quick-Freeze-Verfahren", bei dem Telekommunikationsanbieter dazu verpflichtet werden, bei einem Anfangsverdacht Daten zu einzelnen Nutzern fĂŒr einen bestimmten Zeitraum zu speichern. Handlungsbedarf sieht auch Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Zu einer effektiven Gefahrenabwehr als auch Strafverfolgung gehören moderne Ermittlungsinstrumente", sagte Poitz der Zeitung. Nötig sei nun eine "praxisnahe und damit realitĂ€tsnahe Regelung fĂŒr den polizeilichen Umgang mit Kommunikationsverkehrsdaten". Seiner Ansicht nach sei "ĂŒbertriebener" Datenschutz "indirekter TĂ€terschutz." FĂŒr Ermittler sei das "höchst unbefriedigend", und auch aus der Perspektive eines Opfers sei das "kein haltbarer Zustand", so Poitz. Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz. "Politisches und polizeiliches Ziel muss es sein, AnschlĂ€ge zu verhindern, bevor sie geschehen", sagte Teggatz dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). "Eine Blockade des Justizministers ist demnach nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern möglicherweise auch grob fahrlĂ€ssig."

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