Abstand, Rotoren

Mehr Abstand zu Rotoren: Gelingt Kompromiss fĂŒr Windpark in Altötting?

25.04.2024 - 17:16:39 | dpa.de

Neue Bewegung im festgefahrenen Streit um den Bau des geplanten Riesen-Windparks in Altötting: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den Kritikern des Projekts einen Kompromiss angeboten.

Er sieht nicht nur einen grĂ¶ĂŸeren Abstand zwischen den WindrĂ€dern und den vorhandenen WohnhĂ€usern vor.

"Die AbstĂ€nde zu geschlossener Wohnbebauung sind auf 1200 Meter vergrĂ¶ĂŸert worden, vier Windradstandorte sind dazu verschoben und zwei von neun WindrĂ€dern sind weggefallen", sagte der Freie-WĂ€hler-Chef am Donnerstag bei einer BĂŒrgerversammlung in der Gemeinde Haiming (Landkreis Altötting). "Das ist insgesamt ein sehr guter, bĂŒrgerfreundlicher Kompromiss, den ich empfehle anzunehmen. Wir brauchen die Windenergieanlagen, um Strom vor Ort zu produzieren und die Energiewende auch im Chemiedreieck voranzutreiben."

Der ursprĂŒngliche Plan, den Windpark Altötting mit 40 WindrĂ€dern zu realisieren, sei nach der Ablehnung von zehn Anlagen bei einem BĂŒrgerentscheid in Mehring bĂŒrgerfreundlich optimiert worden, hieß es weiter. Aktuell sollen 29 WindrĂ€der im Staatswald realisiert werden. Die Gemeinden könnten sich mit bis zu 49 Prozent beteiligen und von den Windkrafterlösen profitieren.

Aiwanger betonte, er verstehe die Bedenken der Bevölkerung vor Ort, "die bisher von Windkraft nicht betroffen war". Die Erfahrung aus anderen Regionen, in denen es schon seit Jahren WindrĂ€der gebe, zeigten aber, dass sich anfĂ€ngliche Bedenken schließlich in Zustimmung gewandelt habe.

Zwar habe es auch kritische Fragen gegeben. Er habe aber das "GefĂŒhl, dass sich eine Mehrheit vorstellen könne, diesen Weg in die Energiewende mitzugehen, sagte Aiwanger. "Der Staatswald im Landkreis Altötting wird von den WindrĂ€dern profitieren, weil er mit den Einnahmen auch in Zukunft professionell bewirtschaftet, in einen stabilen Mischwald umgewandelt und als Naherholungsgebiet erhalten werden kann."

Den bisherigen PlĂ€nen zufolge soll rund um Altötting ein Windpark mit 40 Anlagen entstehen. Die WindrĂ€der sollten so viel Strom erzeugen, dass rechnerisch 150 000 Haushalte versorgt werden können. Die WindrĂ€der sollen aber vor allem dazu beitragen, den Strombedarf der in der Gegend ansĂ€ssigen Chemieindustrie zu decken. Den PlĂ€nen zufolge hĂ€tte der Windpark das Potenzial, rund zehn Prozent des Bedarfs abzudecken. Bei einer BĂŒrgerbefragung im oberbayerischen Mehring (Landkreis Altötting) hatte sich jedoch die Mehrheit der BĂŒrger gegen den Windpark - zumindest auf ihrem Gebiet - ausgesprochen.

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