Bundeskanzler Scholz dankt Helfern in Hochwassergebieten
31.12.2023 - 16:58:22(neuer 9./vorletzter Absatz mit Hinweis auf Faseser geplanten Besuch ergÀnzt)
HANNOVER (dpa-AFX) - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einem Besuch von Hochwassergebieten in Niedersachsen den Zusammenhalt gelobt. "Das Wetter, die Natur fordern uns heraus", sagte der SPD-Politiker am Silvestersonntag in Verden. "Deshalb ist es wichtig, dass wir im Land zusammenhalten. Ăberall geschieht das auch durch die zustĂ€ndigen Organisationen, die Polizei, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, auch die Bundeswehr hat ihre UnterstĂŒtzung zur VerfĂŒgung gestellt." Auch viele Freiwillige tĂ€ten alles dafĂŒr, die Konsequenzen klein zu halten und Menschen und HĂ€user zu schĂŒtzen.
"Ich sehe, dass die Bereitschaft weit ĂŒber diejenigen hinausgeht, die jetzt beruflich oder ehrenamtlich in den Hilfsorganisationen tĂ€tig sind. Da helfen auch BĂŒrgerinnen und BĂŒrger vor Ort ganz konkret mit und fragen, was sie tun können", sagte Scholz. "Das ist wichtig. Ich glaube, dass das zeigt, dass in unserem Land SolidaritĂ€t existiert und die Bereitschaft, zusammenzuhalten." Scholz versicherte, auch der Bund stehe den betroffenen LĂ€ndern und Kommunen bei der BewĂ€ltigung "mit seinen Möglichkeiten" zur Seite.
Zuvor hatte sich Scholz per Rundflug mit einem Helikopter einen Eindruck ĂŒber die Hochwasserlage im Norden Niedersachsens verschafft. Begleitet wurde er dabei von Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil und der Innenministerin des Landes, Daniela Behrens (beide SPD).
In den Hochwassergebieten in Niedersachsen ist die Lage teils weiter angespannt. Eine VerschÀrfung ist nach Behördenangaben aber zunÀchst nicht zu erwarten - im neuen Jahr könnten Flusspegel lokal jedoch wieder steigen.
Kurze Regenpause ĂŒber Silvester
Die Wetterprognose ist zunĂ€chst gĂŒnstig. Ăber den Jahreswechsel werde es eine kurze Regenpause mit nur örtlichen Schauern geben, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag. Die NiederschlĂ€ge seien aber nicht hochwasserrelevant, teilte der NiedersĂ€chsische Landesbetrieb fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz (NLWKN) am Sonntagmorgen in seinem Lagebericht mit.
Der Hochwasserscheitel, also der höchste Wasserstand wĂ€hrend eines Hochwassers, ist laut NLWKN in Niedersachsen vorerst erreicht. Vor allem an den UnterlĂ€ufen von FlĂŒssen gebe es aber weiterhin erhöhte WasserstĂ€nde. Von einer Entspannung der Hochwasserlage könne noch nicht gesprochen werden.
Neben Niedersachsen sind auch der SĂŒden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu ThĂŒringen sowie Gebiete in Nordrhein-Westfalen von Hochwasser betroffen. Der Landkreis Mansfeld-SĂŒdharz in Sachsen-Anhalt rief am Samstag den Katastrophenfall aus.
In Nordrhein-Westfalen kam es zum Jahreswechsel zu einer leichten Entspannung. "Insgesamt ist der Trend bei den PegelstĂ€nden rĂŒcklĂ€ufig", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums NRW auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Auch am Sonntag gingen die PegelstĂ€nde weiter zurĂŒck.
Besuch der Innenministerin geplant
Nach Scholz wird an Neujahr auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) das Hochwassergebiet in Niedersachsen besuchen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur trifft Faeser am Montagnachmittag mit ihrer niedersÀchsischen Amtskollegin Behrens im Raum Oldenburg EinsatzkrÀfte von THW und Bundespolizei.
Angesichts des Hochwassers in Niedersachsen fordert der StĂ€dtetag von Bund und LĂ€ndern deutlich mehr Geld fĂŒr den Katastrophenschutz. "Bund und LĂ€nder mĂŒssen die Mittel fĂŒr den Hochwasser- und Katastrophenschutz wieder deutlich ausbauen - und zwar dauerhaft und nicht ad hoc ĂŒber Sonderprogramme. In der Vergangenheit ist beim Katastrophenschutz zu viel gespart worden", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Helmut Dedy am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil sprach sich im Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag) grundsĂ€tzlich dafĂŒr aus, dass "der Katastrophenschutz und die HochwasserprĂ€vention massiv ausgebaut werden".

