Produktion/Absatz, Rohstoffe

Niederlande fordern weniger deutsche Ewigkeitschemikalien im Rhein

03.09.2024 - 12:17:59 | dpa.de

NiederlĂ€ndische Wasserversorger, die zum Herstellen von Trinkwasser auf den Rhein angewiesen sind, haben von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) eine Begrenzung der Einleitungen von sogenannten Ewigkeitschemikalien in den Rhein gefordert.

Mit den Einleitungen dieser PFAS im gegenwÀrtigen Umfang halte Deutschland sich nicht an nationale und europÀische Vereinbarungen zur WasserqualitÀt, teilte der Verband der Flusswasserwerke am Rhein (RIWA-Rijn) mit.

Die Niederlande hĂ€tten in den kommenden Jahren einen wachsenden Bedarf an sauberem Trinkwasser, dessen Gewinnung durch die industriellen Einleitungen in Deutschland jedoch immer teurer werde. "Die deutsche Regierung vertritt die Auffassung, dass PFAS-Verbindungen so schĂ€dlich sind, dass sie europaweit verboten werden sollten, was wir sehr begrĂŒĂŸen", sagte RIWA-Rijn-Direktor Gerard Stroomberg. "Wir fordern die Ministerin auf, bis zum Inkrafttreten des PFAS-Verbots bereits jetzt Grenzwerte fĂŒr die Einleitung von PFAS-Verbindungen in den Rhein festzulegen." Die Trinkwasserquelle fĂŒr fĂŒnf Millionen Menschen in den Niederlanden verdiene das höchstmögliche Schutzniveau.

Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) kommen nicht natĂŒrlich in der Umwelt vor und ĂŒberdauern je nach Stoff extrem lange in der Umwelt. Dabei können sie sich immer mehr anreichern. Die Stoffgruppe umfasst SchĂ€tzungen zufolge mehr als 10.000 verschiedene Chemikalien, von denen viele hochgiftig sind, vor allem fĂŒr die Entwicklung von Kindern. PFAS stehen unter anderem im Verdacht, LeberschĂ€den sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen.

Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale werden die Substanzen in einer großen Zahl vor allem in industriellen Produkten und AlltagsgegenstĂ€nden verwendet - von Anoraks ĂŒber Pfannen bis hin zu Kosmetik. In der EuropĂ€ischen Union wird ĂŒber ein Verbot von PFAS mit einigen Ausnahmen diskutiert. IndustrieverbĂ€nde sehen darin eine Bedrohung fĂŒr Hightech-Industrien.

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