Weil: Drohen Teile der Bevölkerung zu verlieren
27.07.2024 - 13:28:53 | dts-nachrichtenagentur.de"Zuletzt hat die Ampel nicht selten das Gegenteil getan und ihren Streit auch um zweitrangige Themen nach auĂen getragen." Weil nahm dabei ausdrĂŒcklich seine eigene Partei nicht aus: Seine Kritik gelte fĂŒr "SPD, GrĂŒne und FDP gleichermaĂen". Der dienstĂ€lteste SPD-MinisterprĂ€sident widersprach in dem Zusammenhang SPD-GeneralsekretĂ€r Kevin KĂŒhnert, der nach der Europawahl sagte, die Konflikte in der Ampel lieĂen sich nicht durch "Kabinenpredigten" befrieden. "FĂŒr das InnenverhĂ€ltnis mag das stimmen, fĂŒr den AuĂenauftritt ist das aber nicht zu empfehlen." Die Menschen hĂ€tten kein Interesse daran, Parteien beim Streiten zuzusehen, sondern wollten wissen, wie sich Politik auf ihr Leben auswirke. "Wenn ich mir die monatelange Diskussion um den Haushalt ansehe, ist fĂŒr mich klar: Die Ampel muss ihr Auftreten und ihre Kommunikation verbessern." Zugleich warnte der Sozialdemokrat vor einem vorzeitigen Koalitionsende: "Ich glaube nicht, dass wir das Land stabilisieren, wenn wir jetzt Neuwahlen ausrufen." Die Haushaltseinigung habe gezeigt, dass sich die Ampel zusammenraufen könne. Die Bundesregierung habe zudem viele Erfolge vorzuweisen. Nur gehe diese gute Arbeit im "Dauerzoff der Ampel" unter. AuĂerdem geht Weil nach der historischen Niederlage bei der Europawahl mit seiner Partei hart ins Gericht. "Offenbar machen wir etwas falsch, sonst hĂ€tten wir keine solche Wahlschlappe erlebt", sagte der SPD-Politiker. Weil kritisiert zudem die schleppende Aufarbeitung seitens Bundes-SPD. "Nach so einem Ergebnis darf man nicht zur Tagesordnung ĂŒbergehen." Erste Analysen gingen in die richtige Richtung, aber es gebe noch keine konkreten Konsequenzen. "Wenn wir das bei der Bundestagswahl im nĂ€chsten Jahr verhindern wollen, mĂŒssen wir jetzt die Lehren ziehen", warnte der Sozialdemokrat. Dazu gehöre, dass sich die Sozialdemokratie "noch stĂ€rker und intensiver als bisher um die viel zitierte arbeitende Mitte" bemĂŒhe. Wie genau, mĂŒsse die Partei nach der Sommerpause intern klĂ€ren und umsetzen. Klar sei aber, dass die SPD offenbar derzeit nicht den richtigen Ton treffe, um etwa junge Menschen oder Arbeiter zu ĂŒberzeugen. Einem Wechsel an der Parteispitze erteilte der dienstĂ€lteste MinisterprĂ€sident der SPD jedoch eine Absage. Infolge der Wahlniederlage geriet unter anderem GeneralsekretĂ€r Kevin KĂŒhnert parteiintern unter Druck. Weil stĂ€rkte KĂŒhnert nun demonstrativ den RĂŒcken: "Das habe ich schon oft erlebt: Wenn eine Wahl schlecht lĂ€uft, waren die Plakate schuld und damit der GeneralsekretĂ€r, der sie drucken lieĂ." Das sei ihm "zu billig", solche Personaldebatten lenkten oft vom eigentlichen Problem ab. Und das habe mit Inhalten und Kommunikation zu tun.
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