PalÀstinenser-Demos, Feuer

Weil nach PalĂ€stinenser-Demos: Kein weiteres Öl ins Feuer gießen

20.10.2023 - 12:23:39

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) hat nach der Gewalt bei propalĂ€stinensischen Demonstrationen an alle gesellschaftlichen Gruppen appelliert, die Lage nicht weiter anzuheizen und auf MĂ€ĂŸigung statt Wut zu setzen.

Der GesprĂ€chsfaden vor allem zwischen Juden und Muslimen dĂŒrfe nicht abreißen - selbst wenn dies angesichts der Terrorakte der islamistischen Hamas und des Leids durch Israels GegenschlĂ€ge im Gazastreifen fĂŒr manche Menschen schwierig sei. "Es geht jetzt darum, SolidaritĂ€t mit Israel zu zeigen, respektvoll miteinander umzugehen und kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen", sagte Weil dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Man muss im GesprĂ€ch bleiben." Aus seiner Sicht ist die BestĂŒrzung ĂŒber die Ereignisse auf beiden Seiten verstĂ€ndlich. Mit der Terrorserie der Hamas sei furchtbares Leid fĂŒr die Juden verbunden, auch in Deutschland. "Und Israel hat das Recht, sich zu verteidigen, das steht außer Frage", so der SPD-Politiker. Zugleich betonte Weil: "Aber natĂŒrlich macht auch das betroffen, was jetzt Zivilisten im Gazastreifen widerfĂ€hrt und letztlich auch eine Folge des Hamas-Terrors ist." Diese Gemengelage sei emotional hoch brisant. "Alle Beteiligten mĂŒssen dazu beitragen, dass der Hass nicht nach Deutschland getragen wird. Dabei muss der Staat klare Kante zeigen", forderte Weil. Alle BĂŒrger könnten aber ebenso einen Beitrag leisten: "Es gibt auch eine Verantwortung von Staat und Gesellschaft, konsequent gegen Antisemitismus vorzugehen." Bundesweit war zuletzt die Sorge vor weiteren Ausschreitungen oder gar möglichen AnschlĂ€gen gewachsen. "Die Sicherheitsbehörden sagen uns, dass wir durchaus eine erhöhte abstrakte Gefahr haben, aber keine Hinweise auf konkrete Sicherheitsrisiken", sagte der niedersĂ€chsische Regierungschef zur aktuellen EinschĂ€tzung. DarĂŒber hinaus gelte: "GrundsĂ€tzlich steigt mit dem Konflikt natĂŒrlich ein gewisses Risiko, dass Straftaten begangen werden." In Berlin etwa sollen einige Protestierende antisemitische Parolen skandiert haben, und die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach einem versuchten Brandanschlag auf eine Synagoge. Die Polizei habe bei Antisemitismus und Gewalt auch in seinem Bundesland "die klare Vorgabe, in solchen FĂ€llen sehr konsequent zu sein", unterstrich Weil.

@ dts-nachrichtenagentur.de