NSU-Terroristin, ZschÀpe

NSU-Terroristin ZschÀpe in Aussteigerprogramm aufgenommen

Veröffentlicht am: 05.08.2025 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Rechtsterroristin Beate ZschĂ€pe ist in ein Aussteigerprogramm fĂŒr Neonazis aufgenommen worden. Im kommenden Jahr wird ĂŒber ihre weitere Haftdauer entschieden.

Ist nun Teil eines Neonazi-Aussteigerprogramms: die verurteilte NSU-Terroristin Beate ZschÀpe. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa
Ist nun Teil eines Neonazi-Aussteigerprogramms: die verurteilte NSU-Terroristin Beate ZschÀpe. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Die verurteilte Rechtsterroristin Beate ZschÀpe ist in ein Neonazi-Aussteigerprogramm aufgenommen worden. Es hÀtten bereits mehrere Termine stattgefunden, sagte ihr Anwalt Mathias Grasel der Deutschen Presse-Agentur. NÀhere Angaben zum Programm und zur Frage, wo dieses angesiedelt ist, machte Grasel nicht. Dies sei mit ZschÀpe und den Verantwortlichen des Programms so verabredet worden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Im Jahr 2023 wollte ZschÀpe bereits in ein Aussteigerprogramm des Freistaats Sachsen aufgenommen werden - ist aber abgelehnt worden. Das Gesuch wurde laut Grasel vor allem deshalb abgelehnt, weil das Ende der Haft damals noch «nicht absehbar» war. 

Haftdauer wird 2026 ĂŒberprĂŒft

ZschĂ€pe war 2018 nach mehr als fĂŒnf Jahren Prozessdauer als MittĂ€terin an der NSU-Mordserie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht MĂŒnchen stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. ZschĂ€pe sitzt in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in Sachsen.

Laut Grasel muss im November 2026 eine sogenannte MindestverbĂŒĂŸungsdauer der Haft ZschĂ€pes festgelegt werden. Die Aufnahme in ein Aussteigerprogramm sei ein Faktor von vielen, der dabei berĂŒcksichtigt werde.

Der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) war eine Terrorzelle, bestehend aus ZschĂ€pe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die von 2000 an jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland verĂŒbte, fĂŒnf davon in Bayern. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende tĂŒrkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verĂŒbten zudem zwei BombenanschlĂ€ge in Köln mit Dutzenden Verletzten. Die beiden töteten sich 2011, um ihrer Festnahme zu entgehen - erst damit war der NSU aufgeflogen.

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