Arbeitsmarkt in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) im Spannungsfeld: Konjunkturelle SchwÀche trifft auf strukturellen Wandel / BA-PressinfoNr.24
03.07.2026 - 09:04:22 | presseportal.de
"Der Arbeitsmarkt in der Informations- und Kommunikationstechnik steht unter dem Eindruck gegensĂ€tzlicher Entwicklungen", erklĂ€rt Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA). "Die gegenwĂ€rtige konjunkturelle EintrĂŒbung bremst zwar kurzfristig die Einstellungsdynamik. Gleichzeitig sorgen gerade auch der branchenspezifische Strukturwandel durch fortschreitende Digitalisierung, Automatisierung und der Einsatz von neuen KI-Technologien dafĂŒr, dass das Anforderungsniveau an diese Berufe steigt. FĂŒr alle FachkrĂ€fte in dieser Branche gilt: Kontinuierliche Weiterbildung ist der SchlĂŒssel, um in diesem sich verĂ€ndernden Umfeld dauerhaft beschĂ€ftigt zu bleiben."
Zahl der gemeldeten Stellen sinkt weiter, Arbeitslosenquote steigt
2025 hatte die BA rund 13.000 Stellenangebote im Bestand. GegenĂŒber dem Vorjahr ist das ein Minus von 22 Prozent. Die aktuelle konjunkturelle EintrĂŒbung hinterlĂ€sst Spuren auf dem Stellenmarkt: In den letzten Jahren ging nicht nur die Zahl der NeugrĂŒndungen im IKT-Bereich zurĂŒck, seit 2024 wurden auch weniger neue IKT-Projekte in Unternehmen realisiert Die berufsspezifische Arbeitslosenquote im IKT-Bereich stieg von 3,7 auf 4,5 Prozent an.
Struktureller Wandel: BeschÀftigungswachstum trotz wirtschaftlicher SchwÀche
Im Gegensatz zur KonjunkturschwĂ€che steht der langfristige Trend: Trotz wirtschaftlicher EintrĂŒbung waren 2025 1,15 Millionen IKT-FachkrĂ€fte sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses BeschĂ€ftigungswachstum geht mit einer zunehmenden Akademisierung in diesen Berufen einher, da vor allem Spezialistinnen bzw. Spezialisten sowie Expertinnen und Experten nachgefragt werden.Insbesondere der Einfluss der neuen Technologien und KI verĂ€ndert die Anforderungen fundamental. Hochqualifizierte Expertinnen und Experten sind von Arbeitslosigkeit kaum betroffen (Quote: 3,5 Prozent). Die Chancen am IKT-Arbeitsmarkt wachsen also direkt mit steigendem Anforderungsniveau. Es werden vor allem Expertinnen und Experten gesucht sind, an die sich auch ĂŒber 40 Prozent der 39.000 StellenzugĂ€nge richtete. Jedes dritte Stellenangebot wandte sich zudem an Spezialistinnen und Spezialisten.
Sicherung des FachkrÀftebedarfs auch durch auslÀndische Talente
Um den FachkrĂ€ftebedarf langfristig decken zu können, sind Unternehmen auch auf auslĂ€ndische FachkrĂ€fte angewiesen, die in den letzten Jahren einen hohen Anteil zum BeschĂ€ftigungswachstum beigetragen haben. Die Zahl der auslĂ€ndischen IKT FachkrĂ€fte hat sich seit 2015 mehr als verdreifacht und erreichte 2025 einen neuen Höchststand von 171.000 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten. Bei den BeschĂ€ftigten auĂerhalb der EU bilden rund 31.000 FachkrĂ€fte aus Indien die quantitativ stĂ€rkste Gruppe.
WeiterfĂŒhrende Informationen finden Sie im aktuellen Arbeitsmarktbericht fĂŒr IKT-Berufe: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/AM-kompakt-IKT.pdf?__blob=publicationFile&v=12
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