Antisemitismus, Deutschland

Verband meldet RĂŒckgang antisemitischer VorfĂ€lle

27.06.2023 - 11:38:26

Obwohl die Zahl der antisemitischen VorfĂ€lle zurĂŒckgegangen ist, ist das kein Grund zur Freude. Denn es wurden auch die meisten VorfĂ€lle extremer Gewalt seit Beginn der bundesweiten Erfassung gezĂ€hlt.

Die Zahl der gemeldeten antisemitischen VorfĂ€lle ist 2022 zurĂŒckgegangen. Der Bundesverband Rias dokumentierte fĂŒr das vergangene Jahr 2480 EinzelfĂ€lle, nach 2738 im Jahr davor.

Allerdings seien neun VorfĂ€lle extremer Gewalt erfasst worden, also potenziell tödliche oder schwere Gewalttaten gegen Juden, berichtete das Netzwerk am Dienstag in Berlin. «Dies ist die höchste Anzahl solcher FĂ€lle seit Beginn der bundesweiten Erfassung in 2017.» Zu diesen Gewalttaten zĂ€hlten zum Beispiel die SchĂŒsse auf das ehemalige Rabbinerhaus der Alten Synagoge in Essen im November.

Rias steht fĂŒr Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Betroffene können sich an Meldestellen des Netzwerks wenden. Anders als in der Kriminalstatistik werden so auch nicht strafbare antisemitische VorfĂ€lle erfasst. Vor einem Jahr hatte Rias fĂŒr 2021 noch einen starken Anstieg gemeldet, der damals auf Aktionen bei Corona-Protesten und anti-israelischen Demonstrationen zurĂŒckgefĂŒhrt wurde.

«Antisemitische Gewalttaten wirken verunsichernd auf jĂŒdische Communities in ganz Deutschland», erklĂ€rte der Verband. «Antisemitismus ist prĂ€gend fĂŒr den Alltag von Betroffenen in allen Lebensbereichen.» Mehr als die HĂ€lfte der erfassten VorfĂ€lle - 53 Prozent - seien keinem politischen Hintergrund klar zuzuordnen. 13 Prozent hĂ€tten einen rechtsextremen Hintergrund.

@ dpa.de