Oktoberfest 2026: Polizei zÀhlt 1.851 EinsÀtze und 845 Delikte
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 15:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie MĂŒnchner Polizei hat am Sonntag ihre Abschlussbilanz zum 191. Oktoberfest vorgelegt. Auf dem FestgelĂ€nde und im Umfeld registrierte sie mehr EinsĂ€tze und angezeigte Straftaten als im Vorjahr.
Mehr EinsÀtze und Delikte
Insgesamt rĂŒckten die Beamten zu 1.851 EinsĂ€tzen aus, nach 1.598 im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg um 15 Prozent. Die Zahl der angezeigten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten stieg von 784 auf 845 FĂ€lle; 2024 waren es 706 gewesen.
Das Plus geht nach Angaben der Polizei vor allem auf VerstöĂe gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz zurĂŒck. Ein Tötungsdelikt wurde nicht registriert. Allerdings wurden fĂŒnf Raubdelikte angezeigt, nach einem Fall im Vorjahr und keinem im Jahr 2024.
Sexualdelikte und Gewalt
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 80 FĂ€lle erfasst, darunter 52 sexuelle BelĂ€stigungen und acht Upskirting-FĂ€lle. FĂŒnf Anzeigen betrafen den Tatbestand der Vergewaltigung, ebenso viele wie 2025.
Die Zahl der Körperverletzungen blieb mit 237 FĂ€llen nahezu unverĂ€ndert. GefĂ€hrliche Körperverletzungen nahmen dagegen von 75 auf 95 FĂ€lle zu. In 25 FĂ€llen wurde ein MaĂkrug als Tatmittel eingesetzt. Widerstandshandlungen und tĂ€tliche Angriffe gegen Polizeibeamte gingen auf 19 FĂ€lle zurĂŒck; zehn Beamte wurden verletzt.
Drogen, DiebstÀhle und Drohnen
Beim Diebstahl registrierte die Polizei 159 Anzeigen, nach 170 im Vorjahr. Die TaschendiebstĂ€hle auf dem FestgelĂ€nde stiegen jedoch von 55 auf 78 FĂ€lle. Zehn TatverdĂ€chtige wurden festgenommen; in fĂŒnf FĂ€llen wird wegen schweren Taschendiebstahls ermittelt.
Bei den BetĂ€ubungsmittelverstöĂen stieg die Zahl der Anzeigen von 148 auf 207, ĂŒberwiegend wegen Kokain. Wegen Cannabis wurden drei Anzeigen erstattet. Bei Zugangskontrollen stellte die Polizei auĂerdem acht Messer sicher.
Deutlich mehr VerstöĂe gab es im FlugbeschrĂ€nkungsgebiet: 146 FĂ€lle standen elf im Vorjahr gegenĂŒber. Darunter waren 127 unerlaubte DrohnenflĂŒge, 15 bemannte Luftfahrzeuge und vier weitere VerstöĂe.
Mehr freiheitsentziehende MaĂnahmen
Die Polizei fĂŒhrte 600 freiheitsentziehende MaĂnahmen durch, nach 529 im Jahr 2025. 181 Personen wurden zur Verhinderung oder Unterbindung von Straftaten in Gewahrsam genommen, meist wegen starker Alkoholisierung. Hinzu kamen 36 Betretungsverbote und 30 Platzverweise mit Aufenthaltsverbot.
VorlĂ€ufig festgenommen wurden 419 Personen, nach 366 im Vorjahr. Die einbehaltenen Sicherheitsleistungen beliefen sich auf 707.007 Euro, gegenĂŒber 357.000 Euro im Jahr 2025.
Mehr UnfÀlle, weniger Alkoholfahrten
Im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PolizeiprĂ€sidiums MĂŒnchen wurden 2.087 VerkehrsunfĂ€lle gezĂ€hlt, nach 1.923 im Vorjahr. Dabei wurden 27 Menschen schwer und 347 leicht verletzt. Verkehrstote gab es nicht.
Fahrten unter Alkoholeinfluss gingen auf 382 FĂ€lle zurĂŒck, darunter 232 mit E-Scootern. Drogenfahrten stiegen dagegen auf 139 FĂ€lle. Die Polizei verhinderte 92 Trunkenheitsfahrten, 69 davon mit E-Scootern. Insgesamt wurden 898 Fahrzeuge abgeschleppt.
Besucherlenkung an vollen Tagen
Am 26. September und am 3. Oktober wurden zeitweise mehrere EingĂ€nge geschlossen, Besucherströme umgeleitet und S-Bahn-Haltestellen nicht angefahren. Nach Darstellung der Polizei wirkten die MaĂnahmen, sodass die Wiesn trotz hoher Besucherzahlen ohne ZwischenfĂ€lle verlief.
Die 56 Videokameras auf dem FestgelĂ€nde unterstĂŒtzten die EinsatzkrĂ€fte in 228 FĂ€llen. In 25 FĂ€llen lösten Videobeobachter EinsĂ€tze durch eigene Wahrnehmungen aus. Bodycams kamen zur Deeskalation und zur Dokumentation von Straftaten zum Einsatz. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 4. Oktober um 5 Uhr.
Das Oktoberfest zĂ€hlt zu den gröĂten temporĂ€ren Veranstaltungen Deutschlands. Die Polizeibilanz bezieht sich deshalb nicht nur auf das FestgelĂ€nde, sondern auch auf das Umfeld und den Verkehr im ZustĂ€ndigkeitsbereich des MĂŒnchner PolizeiprĂ€sidiums. Die gestiegene Zahl der EinsĂ€tze fĂ€llt in ein Jahr mit deutlich mehr Besuchern und ist daher nicht allein als VerĂ€nderung des individuellen Risikos zu lesen.
Besonders auffĂ€llig ist der Anstieg bei den BetĂ€ubungsmittelverstöĂen. Die Polizei fĂŒhrt ihn vor allem auf Kontrollen und festgestellte KokainfĂ€lle zurĂŒck. Gleichzeitig blieben Anzeigen wegen einfacher Körperverletzung nahezu stabil, wĂ€hrend gefĂ€hrliche Körperverletzungen zunahmen. Die Zahlen zu sexueller Selbstbestimmung zeigen zudem, dass sexuelle BelĂ€stigung den gröĂten Teil dieses Deliktsbereichs ausmacht; die fĂŒnf registrierten VergewaltigungsfĂ€lle entsprechen dem Vorjahreswert.
Sicherheitskonzept und Folgen
Die Bilanz zeigt auch die Bedeutung von Besucherlenkung und technischer Ăberwachung. VorĂŒbergehend geschlossene EingĂ€nge, umgeleitete Besucherströme, nicht angefahrene S-Bahn-Haltestellen, Videokameras und Bodycams sollen ĂberfĂŒllung frĂŒh begrenzen, EinsatzkrĂ€fte entlasten und die AufklĂ€rung erleichtern. Dass es trotz hoher Besucherzahlen an den beiden besonders vollen Samstagen ohne ZwischenfĂ€lle blieb, ordnet die MaĂnahmen als Bestandteil des Sicherheitskonzepts ein.
FĂŒr Besucher bleiben vor allem praktische Risiken relevant: TaschendiebstĂ€hle, Gewalt in stark alkoholisierten Situationen, DrohnenverstöĂe und Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Die Verkehrszahlen verdeutlichen zugleich, dass die Gefahren nicht am FestgelĂ€nde enden: Es gab mehr UnfĂ€lle und Verletzte, wĂ€hrend Alkoholfahrten insgesamt zurĂŒckgingen und Drogenfahrten zunahmen.
