Olympia-Bewerbung MĂŒnchen: Mronz verspricht als DOSB-Chef mehr Einfluss
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIOC-Mitglied Michael Mronz verbindet seine Kandidatur fĂŒr das PrĂ€sidentenamt des Deutschen Olympischen Sportbunds mit dem Ziel, die MĂŒnchner Bewerbung um Olympische Sommerspiele international zu stĂ€rken.
Mronz will deutschen Auftritt stÀrken
Als IOC-Mitglied und PrĂ€sident eines nationalen Dachverbandes habe man einen kraftvolleren Auftritt in der internationalen Sportwelt, sagte der 59-JĂ€hrige in einem Interview der âWelt am Sonntagâ. Deutschland mĂŒsse im Rennen um die Sommerspiele international deutlich stĂ€rker und prĂ€senter auftreten.
Seine Kandidatur habe eine nationale und eine internationale Dimension, erklĂ€rte Mronz. Der organisierte deutsche Sport mĂŒsse entscheiden, ob er den Modernisierungs- und Reformprozess im DOSB vorantreiben und zugleich die Olympia-Bewerbung stĂ€rken wolle.
Widerstand gegen Mronz
Mronz ist seit drei Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und will Nachfolger von DOSB-PrÀsident Thomas Weikert werden. Weikert tritt im Dezember nicht erneut an.
Eine Findungskommission des deutschen Sports schlug Mronz fĂŒr das Amt vor. Hinter den Kulissen gab es jedoch Widerstand gegen ein AufrĂŒcken des GeschĂ€ftsfĂŒhrers der Aachener Reitturnier GmbH. Bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihr Interesse erklĂ€ren.
Reformen und Olympia-Bewerbung
Mronz betonte, er strebe das Amt nicht wegen eines neuen Titels an, sondern wegen einer politischen und organisatorischen Idee. Der DOSB mĂŒsse sich stĂ€rker als Dienstleister fĂŒr die SĂ€ulen des Sports aufstellen und die Interessen des Sports wieder stĂ€rker in den Mittelpunkt rĂŒcken.
Eine starke Olympia-Bewerbung bezeichnete er als einen Kernpunkt seines Programms. Deutschland sei bei Bewerbungen um Sommerspiele so weit wie seit den Spielen 1972 nicht mehr, dies dĂŒrfe aber nicht als SelbstlĂ€ufer betrachtet werden.
Digitalisierung als mögliches Olympia-Erbe
Olympische Spiele in MĂŒnchen könnten nach Mronzâ Vorstellung auch die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben. Er verwies in diesem Zusammenhang auf einen Austausch mit Digitalminister Karsten Wildberger.
Eine Kandidatur mit doppelter Zielsetzung
Michael Mronz verbindet seine Bewerbung um das DOSB-PrÀsidentenamt mit der deutschen Bewerbung um Olympische Sommerspiele. Der Sportmanager ist seit drei Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und könnte damit eine institutionelle Doppelrolle im deutschen Sport einnehmen.
FĂŒr die MĂŒnchner Bewerbung wĂ€re ein stĂ€rkerer internationaler Auftritt besonders relevant, weil die Vergabe von Olympischen Spielen nicht allein von sportlichen Anlagen oder Konzepten abhĂ€ngt. Kontakte zu internationalen SportverbĂ€nden, politische UnterstĂŒtzung und die FĂ€higkeit, ein geschlossenes nationales Bild zu vermitteln, gehören ebenfalls zu den Faktoren eines solchen Verfahrens.
Entscheidung ĂŒber den Kurs des DOSB
Im DOSB steht zugleich eine Richtungsentscheidung an. Amtsinhaber Thomas Weikert tritt im Dezember nicht erneut an; bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihr Interesse erklĂ€ren. Damit geht es neben der Personalfrage auch um den kĂŒnftigen organisatorischen Kurs des Dachverbands.
Mronz stellt dabei einen Reformansatz in den Mittelpunkt: Der DOSB solle stĂ€rker als Dienstleister fĂŒr die verschiedenen SĂ€ulen des Sports arbeiten und deren Interessen sichtbarer vertreten. Das könnte die Akzeptanz innerhalb des organisierten Sports beeinflussen, setzt aber voraus, dass unterschiedliche Interessen von Vereinen, VerbĂ€nden und Leistungssport gemeinsam gebĂŒndelt werden.
Olympia als Modernisierungsprojekt
Mit der Digitalisierung nennt Mronz zudem ein Thema, das ĂŒber den Sport hinausweist. Eine MĂŒnchner Bewerbung könnte nach seiner Vorstellung Impulse fĂŒr digitale Infrastruktur und VerwaltungsablĂ€ufe geben. Ob daraus ein konkreter politischer Nutzen entsteht, hĂ€ngt von der Ausgestaltung der Bewerbung und der Zusammenarbeit mit Bund, LĂ€ndern und Kommunen ab.

