Opferbeauftragte, Demokratie

Opferbeauftragte: «Demokratie keine SelbstverstÀndlichkeit»

13.08.2025 - 14:28:22

Am 13. August 1961 begann die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer. Danach starben Dutzende Menschen bei Fluchtversuchen. Das Erinnern sollte nicht verblassen, findet die SED-Opferbeauftragte.

Zum Jahrestag des Mauerbaus 1961 hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke die Menschen aufgefordert, die Schrecken der Diktatur nicht zu vergessen. «Die Berliner Mauer, sie mahnt uns, dass Freiheit und Demokratie keine SelbstverstĂ€ndlichkeit sind», sagte Zupke bei einer Feier in der GedenkstĂ€tte an der Bernauer Straße. «Es ist eine Botschaft, die gerade heute so dringlich erscheint wie selten zuvor.»

Die DDR hatte am 13. August 1961 begonnen, ihre Grenze nach Westberlin auf etwa 150 Kilometern mit einer Mauer zu befestigen. Zuvor hatten sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs Hunderttausende aus der DDR nach Westen abgesetzt. Nach 1961 kamen bei Fluchtversuchen nach offiziellen Zahlen etwa 140 Menschen zu Tode.

«Immunsystem gegen totalitÀre Tendenzen»

Zupke sagte bei dem Gedenkakt: «Es liegt an uns, die Opfer der SED-Diktatur zu wĂŒrdigen und gleichzeitig den Wert der Freiheit in die Gesellschaft zu vermitteln.» Die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze seien mehr als nur ein Riss durch die Hauptstadt und das Land gewesen. «Sie war das zu Stein, Beton und Stacheldraht gewordene Signal eines repressiven Staates an seine BĂŒrger: 'Eure Freiheit liegt in unseren HĂ€nden'», sagte die SED-Opferbeauftragte des Bundestags.

Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mahnte, die Erinnerung an das Unrecht in der DDR wachzuhalten. Die auch von seinem Haus geförderten GedenkstĂ€tten seien dafĂŒr besonders wichtig, sagte Weimer in Berlin. «Sie halten das GedĂ€chtnis an Unrecht und Verfolgung lebendig und stĂ€rken so das Immunsystem der ganzen Gesellschaft gegen totalitĂ€re Tendenzen.»

Mehr DDR-Geschichte in der Schule

Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fordert dafĂŒr auch einen verlĂ€sslicheren Schulunterricht zur DDR-Geschichte. Eigentlich sei die Vermittlung der grundlegenden Daten und Fakten zur DDR im Geschichtsunterricht der Oberstufe gesichert, sagte Stiftungs-Direktorin Anna Kaminsky der Deutschen Presse-Agentur. Oft komme das Thema aber erst zum Ende des Schuljahrs, wenn die Zeit knapp werde. «Wie intensiv das Thema behandelt wird, hĂ€ngt auch heute noch wesentlich vom Engagement und der Ausbildung der LehrkrĂ€fte ab», sagte Kaminsky.

Umfragen zeigen, dass viele jĂŒngere Leute SchlĂŒsseldaten wie den 13. August 1961 nicht auf Anhieb zuordnen können. Kaminsky sagte: «Wenn die Geschichten, die mit solch bildmĂ€chtigen und brutalen Ereignissen wie dem Volksaufstand vom Juni 1953 oder dem Mauerbau von August 1961 verbunden sind, nicht erinnert und erzĂ€hlt werden, geht immer auch ein StĂŒck DiktaturgedĂ€chtnis verloren.»

Weiter sagte sie: «Und genau diese Erinnerung ist heute dringend notwendig, um die Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie kenntlich zu machen.»

@ dpa.de