Pakistan-Moschee in Peshawar: Selbstmordanschlag fordert 16 Tote
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 13:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBei einem Bombenanschlag auf eine Moschee im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter fĂŒnf Polizisten. Die Moschee befindet sich in der NĂ€he eines Polizeihauptquartiers in Peshawar.
Selbstmordanschlag mit Fahrzeugbombe
Nach Angaben der lokalen Behörden in Peshawar rammte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug den Eingang der Moschee. Unmittelbar nach der Explosion kam es zu einem Schusswechsel zwischen den Angreifern und den SicherheitskrÀften.
Dabei wurde nach Behördenangaben mindestens ein Angreifer getötet. Der Polizeichef der Provinz, Zulfikar Hameed, erklÀrte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag handelte.
Regierung verurteilt Anschlag scharf
Die pakistanische Regierung verurteilte den Angriff deutlich. Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif drĂŒckte den Angehörigen der Opfer sein MitgefĂŒhl aus und forderte eine beschleunigte Rettungsaktion, um Verletzte schnell zu versorgen und weitere mögliche Opfer zu bergen.
Die SicherheitskrĂ€fte sperrten das Gebiet rund um die Moschee weitrĂ€umig ab. Rettungsteams brachten Verletzte in nahe gelegene KrankenhĂ€user, wĂ€hrend Spezialisten die TrĂŒmmer nach weiteren SprengsĂ€tzen untersuchten.
Unklare Urheberschaft, mehrere Gruppen aktiv
Zu dem Anschlag bekannte sich zunĂ€chst keine Organisation. In der Region sind jedoch sowohl eine regionale ISIL-Gruppe als auch die pakistanischen Taliban (TTP) aktiv und greifen regelmĂ€Ăig SicherheitskrĂ€fte an.
In den Grenzgebieten zu Afghanistan haben die Spannungen in den vergangenen Monaten zugenommen. Islamabad beschuldigt die Taliban-Regierung in Kabul, militante Gruppen zu unterstĂŒtzen, die von afghanischem Boden aus agieren. Die FĂŒhrung in Kabul weist diese Anschuldigungen zurĂŒck.
Der Anschlag auf die Moschee im nordwestlichen Pakistan reiht sich in eine Serie schwerer Angriffe auf SicherheitskrÀfte und religiöse Einrichtungen in der Region ein. Die Moschee befand sich in unmittelbarer NÀhe eines Polizeihauptquartiers, was darauf hindeutet, dass die TÀter gezielt das Sicherheitsapparat-Umfeld ins Visier genommen haben.
In den Grenzgebieten zu Afghanistan kommt es seit Monaten immer wieder zu Attacken, bei denen sowohl staatliche Einrichtungen als auch zivile Ziele betroffen sind. Die PrĂ€senz einer regionalen ISIL-Gruppe sowie der pakistanischen Taliban (TTP) erhöht das Risiko komplexer AnschlĂ€ge, bei denen Sprengstoffangriffe mit anschlieĂendem Schusswechsel kombiniert werden. Solche Muster sind aus frĂŒheren Angriffen in Khyber Pakhtunkhwa und den angrenzenden Stammesgebieten bekannt.
Regionale Sicherheitslage und politische Spannungen
Die Sicherheitslage im Nordwesten Pakistans gilt seit Jahren als fragil. Die Regierung in Islamabad wirft den Machthabern im benachbarten Afghanistan vor, militante Gruppen zu dulden oder zu unterstĂŒtzen, die aus afghanischem Gebiet heraus operieren. Kabul weist diese VorwĂŒrfe zurĂŒck, doch die wechselseitigen Anschuldigungen erschweren eine koordinierte Grenzsicherung und die BekĂ€mpfung grenzĂŒberschreitender Terrornetzwerke.
FĂŒr die Bevölkerung in und um Peshawar bedeutet der Anschlag eine erneute Zuspitzung der ohnehin angespannten Situation. Moscheen, MĂ€rkte und Polizeieinrichtungen werden von vielen Menschen als besonders gefĂ€hrdet wahrgenommen, was den Alltag und die Bewegungsfreiheit einschrĂ€nkt. Gleichzeitig dĂŒrfte der Angriff den Druck auf die pakistanische Regierung erhöhen, ihre Anti-Terror-Strategie zu schĂ€rfen und die Zusammenarbeit mit den SicherheitskrĂ€ften in den Provinzen zu intensivieren.
Mögliche Folgen fĂŒr die TerrorbekĂ€mpfung
Da sich zunĂ€chst keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt hat, steht die Polizei vor der Herausforderung, Beweise zu sichern und die Urheberschaft zu klĂ€ren. Je nachdem, ob der Angriff der TTP, einer ISIL-nahen Gruppierung oder einem anderen Netzwerk zugeschrieben wird, könnten sich Schwerpunkt und Instrumente der TerrorbekĂ€mpfung verĂ€ndern. FĂŒr internationale Beobachter bleibt die Frage zentral, ob Pakistan und Afghanistan Wege zu einer verstĂ€rkten sicherheitspolitischen Kooperation finden, um die Gewaltspirale in den Grenzregionen einzudĂ€mmen.
