Papst warnt vor Datenkonzentration und Manipulation
24.01.2025 - 13:25:42Einige wenige Machtzentren kontrollierten eine noch nie dagewesene Menge an Daten und Informationen, erlÀuterte der 88 Jahre alte Franziskus, ohne jedoch konkret etwa auf Plattformen wie X oder Facebook zu verweisen.
"Allzu oft erzeugt die Kommunikation heute nicht Hoffnung, sondern Angst und Verzweiflung, Vorurteile und Ressentiments, Fanatismus und sogar Hass. Allzu oft vereinfacht sie die Wirklichkeit, um instinktive Reaktionen hervorzurufen", warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag mit Blick auf den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. "Sie benutzt Worte wie eine Klinge; sie bedient sie sich sogar falscher oder absichtlich verzerrter Informationen, um Botschaften zu verbreiten, die die GemĂŒter erregen, die provozieren, die verletzen sollen."
Franziskus rief dazu auf, die Kommunikation zu "entschÀrfen" und sie von AggressivitÀt zu befreien. "Wir alle sehen, wie - von den Fernseh-Talkshows bis hin zu den verbalen Kriegen in den sozialen Medien - das Paradigma des Konkurrenzdenkens, des Gegeneinanders, des Herrschafts- und Besitzstrebens und der Manipulation der öffentlichen Meinung die Oberhand zu gewinnen droht", schreibt Franziskus, und rÀumt ein: "Zu hoffen ist wirklich gar nicht einfach."
"PlanmĂ€Ăige Zerstreuung der Aufmerksamkeit"
Es gebe noch ein weiteres besorgniserregendes PhĂ€nomen, das man als "planmĂ€Ăige Zerstreuung der Aufmerksamkeit" durch digitale Systeme bezeichnen könne. Das verĂ€ndere die Wahrnehmung der Wirklichkeit, "indem sie von uns ein Profil nach der Logik des Marktes erstellen". "So kommt es, dass wir - oft hilflos - einer Art Atomisierung der Interessen beiwohnen, was letztendlich die Seinsgrundlagen der Gemeinschaft untergrĂ€bt, nĂ€mlich die FĂ€higkeit, fĂŒr das gemeinsame Wohl zusammenzuarbeiten, einander zuzuhören und die BeweggrĂŒnde des jeweils anderen zu verstehen."

