Entwurf: Gezieltere Patienten-Steuerung bei NotfÀllen
06.06.2024 - 05:57:27Ziel sei, durch eine prĂ€zisere Steuerung die Notaufnahmen der Kliniken und den Rettungsdienst zu entlasten, heiĂt es in einem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach sollen bundesweit "integrierte Notfallzentren" in der Regie von Kliniken entstehen, in denen eine "ErsteinschĂ€tzungsstelle" Patienten rund um die Uhr weiterleitet - in die Notaufnahme oder eine nahe Notdienstpraxis.
Ausgebaut werden sollen solche ErsteinschĂ€tzungen zur Dringlichkeit auch per Telefon in neuen "Akutleitstellen". Sie sollen als "zentrale erste Anlaufstelle" fĂŒr Personen dienen, die von einer sofortigen ambulanten Behandlungsnotwendigkeit ausgehen, wie es im Gesetzentwurf heiĂt. Patienten sollen dann in der Regel primĂ€r in regulĂ€re Praxen vermittelt werden. Bei lebensbedrohlichen NotfĂ€llen sollen Anrufe unmittelbar an die Rettungsleitstelle weitergestellt werden. Dazu sollen der Notruf 112 und die Terminvermittlungs-Hotline 116 117 der KassenĂ€rzte vernetzt werden.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte im Januar bereits Eckpunkte vorgestellt. Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der dpa, die Reform sorge fĂŒr eine bessere Patientensteuerung, einheitliche Schnittstellen und Standards und eine verlĂ€ssliche QualitĂ€t. "Menschen die durch eine plötzliche Erkrankung oder eine Verletzung akute medizinische Hilfe brauchen, sind oft mit einem unĂŒbersichtlichen Dschungel wenig abgestimmter und zunehmend unzuverlĂ€ssiger Strukturen der Notfallversorgung konfrontiert." Inzwischen litten Notfallpatienten und auch das Personal unter einem ineffizienten Flickenteppich.
Mehrkosten zur Umsetzung des neuen Systems stĂŒnden erhebliche Entlastungen der gesetzlichen Krankenkassen gegenĂŒber, heiĂt es im Gesetzentwurf. Sie ergĂ€ben sich durch bessere Steuerung und damit eine bedarfsgerechte Inanspruchnahme von Notdiensten. Insgesamt könne durch die Reform "langfristig mit jĂ€hrlichen Minderausgaben von knapp einer Milliarde Euro gerechnet werden."

