Pflegereform: Staffler fordert Korrekturen bei Verhinderungspflege
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSStafflers Erwartungen an das Gesetz
- Katrin Staffler fordert von den Parlamentariern Nachbesserungen an der geplanten Pflegereform.
- Die PflegebevollmĂ€chtigte warnt vor zusĂ€tzlichen Belastungen fĂŒr pflegende Angehörige.
- Die Pflegeversicherung soll zugleich krisensicher und finanziell solide aufgestellt werden.
Staffler fordert Ănderungen an der Pflegereform
Die PflegebevollmĂ€chtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), fordert Nachbesserungen bei der geplanten Pflegereform. Die Pflege mĂŒsse trotz aller SparzwĂ€nge verlĂ€sslich und praxistauglich fĂŒr PflegebedĂŒrftige und ihre Angehörigen bleiben.
Warnung vor mehr BĂŒrokratie
Wenn die Reform die Pflege komplizierter und bĂŒrokratischer mache, sei das nicht zielfĂŒhrend, sagte Staffler der âBildâ fĂŒr deren Donnerstagausgabe. Besonders warnte sie vor zusĂ€tzlichen Belastungen fĂŒr pflegende Angehörige.
Verhinderungspflege soll flexibel bleiben
Pflegende Angehörige hÀtten einen 24-Stunden-Job und seien zusÀtzlich emotional belastet, erklÀrte Staffler. Sie brÀuchten FreirÀume; bislang helfe dabei die Verhinderungspflege.
Falls die flexible Form der Leistung wegfalle, treffe das pflegende Angehörige besonders hart. GesprÀche mit Fachleuten aus der Praxis hÀtten dies gezeigt.
Forderung an die Parlamentarier
In dieser Form sei das Gesetz an dieser Stelle nicht praxistauglich, sagte Staffler. Sie habe die klare Erwartung, dass die Parlamentarier nachbessern.
Finanzielle StabilitÀt bleibt Ziel
Zugleich mĂŒsse die Pflegeversicherung finanziell stabil bleiben. Entscheidend sei, dass Menschen mit Pflegebedarf UnterstĂŒtzung bekĂ€men und die Versicherung krisensicher sowie finanziell solide aufgestellt werde.
Bei diesem Vorhaben dĂŒrften pflegende Angehörige jedoch nicht zusĂ€tzlich belastet werden.
Die geplante Pflegereform steht im Spannungsfeld zwischen finanzieller Stabilisierung der Pflegeversicherung und einer verlĂ€sslichen UnterstĂŒtzung im hĂ€uslichen Alltag. Besonders sensibel ist die Verhinderungspflege: Sie ermöglicht es Angehörigen, vorĂŒbergehend Ersatz zu organisieren, wenn sie selbst ausfallen oder eine Auszeit benötigen. Eine EinschrĂ€nkung der flexiblen Nutzung wĂŒrde deshalb nicht nur VerwaltungsablĂ€ufe verĂ€ndern, sondern unmittelbar die verfĂŒgbare Entlastung vieler Familien berĂŒhren.
HĂ€usliche Pflege im Mittelpunkt
Die Debatte betrifft eine zentrale SĂ€ule der Versorgung. Angehörige ĂŒbernehmen regelmĂ€Ăig umfangreiche Betreuungs- und Pflegeleistungen, wĂ€hrend professionelle Angebote regional unterschiedlich verfĂŒgbar und teilweise schwer zu organisieren sind. ZusĂ€tzliche Nachweise, kompliziertere ZustĂ€ndigkeiten oder weniger flexible Leistungen könnten den Zugang zur UnterstĂŒtzung erschweren und den organisatorischen Druck auf Familien erhöhen.
Gleichzeitig bleibt die finanzielle Lage der Pflegeversicherung ein strukturelles Problem. Steigende Ausgaben, der wachsende Pflegebedarf und begrenzte Einnahmen erhöhen den Reformdruck. Einsparungen dĂŒrfen jedoch nicht dazu fĂŒhren, dass notwendige Entlastung lediglich entfĂ€llt oder in schwer nutzbare Budgets verschoben wird.
Parlament vor AbwÀgung
Die Forderung nach Korrekturen richtet sich nun an das parlamentarische Verfahren. FĂŒr PflegebedĂŒrftige und Angehörige kommt es darauf an, ob die Reform klare, leicht zugĂ€ngliche Leistungen erhĂ€lt und zugleich die Finanzierung langfristig absichert. Die weitere Beratung wird damit zeigen, wie eng finanzielle Begrenzung und praktische Nutzbarkeit miteinander verbunden werden können.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Bayerischer Rundfunk: âPflegereform: Warum Betroffene um die hĂ€usliche Pflege bangenâ (04.11.2026)
Der Beitrag ordnet die geplante Ablösung der Verhinderungspflege durch ein Sozialraumbudget ein und stellt die möglichen Folgen fĂŒr die hĂ€usliche Pflege heraus. Damit bestĂ€tigt er den Schwerpunkt auf der Entlastung Angehöriger, setzt den Akzent jedoch stĂ€rker auf die konkrete Ausgestaltung des Ersatzmodells.
Die Frankfurter Rundschau rĂŒckt die Kritik des Sozialverbands VdK an weniger FlexibilitĂ€t und möglichen Mehrkosten in den Mittelpunkt. Gemeinsam ist den BeitrĂ€gen die Sorge um die praktische Entlastung von Familien; offen bleibt, wie das geplante Modell im parlamentarischen Verfahren konkret verĂ€ndert wird.
Die Berichte treffen sich bei der Bedeutung der hĂ€uslichen Pflege und der flexiblen UnterstĂŒtzung. Unterschiede liegen vor allem in der Perspektive: WĂ€hrend der BR das vorgesehene Ersatzmodell erklĂ€rt, betont die Frankfurter Rundschau die Verbandskritik an möglichen Folgen.
