Physik-Nobelpreis, Francis Halzen

Physik-Nobelpreis für Neutrinoforscher Francis Halzen und IceCube-Pionierarbeit

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 11:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Neutrinoforscher Francis Halzen. Ausgezeichnet werden seine entscheidenden Beiträge zum IceCube-Observatorium und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos aus dem All.

Die Rückseite der Nobel-Medaille für Physik stellt die Natur in Form einer Göttin dar, die aus den Wolken auftaucht und ein Füllhorn hält. (Illustration) - Bild: Stefanie Loos/AP-Pool/dpa
Die Rückseite der Nobel-Medaille für Physik stellt die Natur in Form einer Göttin dar, die aus den Wolken auftaucht und ein Füllhorn hält. (Illustration) - Bild: Stefanie Loos/AP-Pool/dpa

Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Neutrinoforscher Francis Halzen für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs.

Akademie gibt Entscheidung in Stockholm bekannt

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Halzen erhält die Auszeichnung damit für Arbeiten an einem Großexperiment, das Neutrinos aus dem Weltall nachweist.

IceCube untersucht Teilchen aus dem All

Das Observatorium befindet sich im antarktischen Eis. Es registriert die Spuren, die Neutrinos bei seltenen Wechselwirkungen mit Materie hinterlassen, und ermöglicht dadurch Rückschlüsse auf besonders energiereiche astrophysikalische Prozesse.

Ein Fenster ins extreme Universum

Neutrinos sind elektrisch neutrale Elementarteilchen, die Materie nahezu ungehindert durchqueren können. Dadurch erreichen sie die Erde auch aus Regionen, in denen Licht und andere Strahlung absorbiert oder abgelenkt werden. Hochenergetische Neutrinos gelten deshalb als besondere Boten aus den energiereichsten Vorgängen des Universums.

Das IceCube-Observatorium nutzt dafür den antarktischen Eisschild als gigantischen Detektor. In großer Tiefe registrieren tausende optische Sensoren winzige Lichtblitze, die entstehen, wenn ein Neutrino mit einem Atom wechselwirkt. Aus Richtung und Energie dieser Signale lassen sich Rückschlüsse auf ihre kosmischen Ursprungsorte ziehen.

Bedeutung für die Astronomie

Die Beobachtung astrophysikalischer Neutrinos hat die sogenannte Multi-Messenger-Astronomie erweitert. Forschende können kosmische Ereignisse dadurch nicht nur anhand elektromagnetischer Strahlung oder Gravitationswellen untersuchen, sondern zusätzlich über Teilchen, die unmittelbar aus den extremen Beschleunigungsprozessen stammen.

Für die Öffentlichkeit bleibt der praktische Nutzen zunächst vor allem wissenschaftlich: Die Ergebnisse helfen, die Entstehung kosmischer Strahlung, die Arbeitsweise kompakter Sterne und Schwarzer Löcher sowie die Entwicklung großer Detektoren besser zu verstehen. Zugleich steht die Auszeichnung für eine Forschung, die internationale Kooperation, jahrzehntelange Messungen und außergewöhnliche technische Bedingungen verbindet.

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