PropalÀstinensische, Aktivisten

PropalÀstinensische Aktivisten besetzen Berliner Uni

22.05.2024 - 23:20:49

PropalÀstinensische Aktivisten halten RÀume der Berliner Humboldt-UniversitÀt besetzt. Die Hochschulleitung duldet das vorerst - und setzt auf Diskussion.

Aktivisten haben aus Protest gegen Israel und zur UnterstĂŒtzung der PalĂ€stinenser RĂ€ume der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t (HU) besetzt. Sie dĂŒrfen ihren Protest bis Donnerstagabend fortsetzen, außerdem soll es eine Diskussionsrunde geben. Darauf einigten sich das UniversitĂ€ts-PrĂ€sidium und die Besetzer nach einem mehr als zweistĂŒndigen GesprĂ€ch. Die Polizei sicherte das HochschulgebĂ€ude, in dem um die 50 Aktivisten mehrere RĂ€ume besetzen. Auf der Straße davor demonstrierten mit lauten Parolen weitere etwa 250 bis 300 junge Menschen.

Der Konflikt im Nahen Osten ist inzwischen an deutschen Hochschulen angekommen. Immer wieder gibt es Proteste gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg und Aktionen Studierender fĂŒr eine SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern. Eine Besetzung an der Freien UniversitĂ€t Berlin vor wenigen Wochen war von der Polizei aufgelöst worden. 

Die Besetzer der Gruppe namens Student Coalition Berlin werfen Israel in einer Mitteilung «Völkermord» und «laufende Massenmorde» vor. Es gehe um die «bedingungslose SolidaritÀt mit dem palÀstinensischen Volk». Sie forderten die HU auf, ihre Besetzung und PrÀsenz zu akzeptieren und einen Polizeieinsatz zu verbieten. 

HU-PrĂ€sidentin Julia von Blumenthal sagte, die Besetzung von RĂ€umen am Institut fĂŒr Sozialwissenschaften werde bis Donnerstag, 18.00 Uhr, erlaubt. «Wir erwarten, dass die Besetzer danach das GebĂ€ude friedlich verlassen.» Zudem werde zuvor am Nachmittag eine Diskussionsveranstaltung (von 15.00 bis 17.00 Uhr) organisiert, an der sich neben den Aktivisten auch das PrĂ€sidium und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligen. 

Keine weitere SachbeschÀdigung verabredet

Es gebe zudem klare Verabredungen, dass es keine weitere SachbeschĂ€digung geben dĂŒrfe und ĂŒber Nacht keine weiteren Personen Zutritt zum GebĂ€ude bekommen, so von Blumenthal. Die Aktivisten hĂ€tten WĂ€nde beschmiert. Die Lehrveranstaltungen sollen digital gehalten werden.

Eine Sprecherin der Polizei sagte, es seien bei der Demonstration vor dem HochschulgebĂ€ude einzelne freiheitsbeschrĂ€nkende Maßnahmen durchgefĂŒhrt worden. Zahlen konnte sie zunĂ€chst nicht nennen. Verbotene Parolen, die gerufen worden seien, habe die Polizei gesichert. «Dann werden entsprechende Strafanzeigen eingeleitet.»

Nach dem beispiellosen Massaker der Hamas mit mehr als 1200 Toten am 7. Oktober in Israel kamen im folgenden Gaza-Krieg laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 35.000 PalĂ€stinenser ums Leben, wobei die unabhĂ€ngig kaum zu ĂŒberprĂŒfende Zahl nicht zwischen Zivilisten und KĂ€mpfern unterscheidet.

@ dpa.de