Analyse, Schwarze

Analyse: Schwarze erleben in Deutschland hÀufig Rassismus

07.11.2023 - 14:04:44

Rassismus ist hierzulande laut den Erfahrungen Betroffener ein hĂ€ufiges Problem. Betroffene berichten von Diskriminierung in Ämtern und Behörden. Der Fokus der Analyse lag zudem auf dem Gesundheitswesen.

Mehr als jeder zweite schwarze Mensch in Deutschland hat einer Analyse zufolge Rassismuserfahrungen in der Öffentlichkeit gemacht. Vor allem schwarze MĂ€nner (54,8 Prozent) berichteten hĂ€ufiger davon, in ihrer Freizeit Diskriminierungserfahrungen zu machen, wie eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Zentrums fĂŒr Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) in Berlin zeigt. Muslimische MĂ€nner seien mit 41,2 Prozent ebenfalls stark betroffen.

Muslimische Menschen machen dem Bericht zufolge zudem besonders oft Diskriminierungserfahrungen in Ämtern und Behörden sowie mit der Polizei. Mehr als ein Drittel der muslimischen MĂ€nner (39 Prozent) berichte von hĂ€ufigeren Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen bei der Polizei, 51 Prozent wĂŒrden Ämter und Behörden nennen. Unter den muslimischen Frauen hĂ€tten 46 Prozent angegeben, dass sie Diskriminierung in Ämtern und Behörden nicht selten erlebt haben. Im Kontakt mit der Polizei betrĂ€gt der entsprechende Anteil 25 Prozent.

Und auch das Gesundheitswesen ist nicht frei von Diskriminierung. «Diskriminierung findet hier an unterschiedlichen Stellen statt. Rassistisch markierte Personen erhalten zum Beispiel schlechter Termine und finden weniger Gehör mit ihren Leiden», sagte der Direktor des Dezim-Instituts, Frank Kalter. Dem Bericht zufolge machen dort vor allem Frauen hÀufiger negative Erfahrungen als MÀnner: 39 Prozent schwarzer Frauen, 35 Prozent muslimischer Frauen und 29 Prozent asiatischer Frauen berichten von mindestens gelegentlich ungerechter und schlechterer Behandlung. Und auch 26 Prozent der nicht rassistisch markierten Frauen haben Diskriminierung im Gesundheitswesen erlebt. Als rassistisch markiert definieren die Macher der Studie beispielsweise Personen, die sich als schwarz, muslimisch oder asiatisch identifizieren.

Hautfarbe oder Nachname dĂŒrften niemals entscheiden, wer wann den Arzttermin oder den Therapieplatz erhĂ€lt, wie gut die medizinische Versorgung ist, mahnte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan. Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und KrankenhĂ€user brĂ€uchten «passgenaue Antirassismus-Schulungen und -Konzepte».

@ dpa.de