AfD, Deutschland

Verdi-Chef gegen Rechtstendenzen in Betrieben

28.12.2025 - 04:45:05

Rechtes Gedankengut hat sich nach EinschĂ€tzung des Verdi-Chefs in BetriebsrĂ€te und Gewerkschaften bisher nicht in großem Umfang verankert. Mit Spannung werden anstehende Wahlen erwartet.

  • Die AfD und die Betriebswelt - das Ausmaß ihrer Verankerung hĂ€ngt auch von den kommenden Betriebsratswahlen ab. (Archivfoto) - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Christoph Reichwein/dpa

  • Verdi-Chef Frank Werneke sieht wenig Platz fĂŒr die AfD im Gewerkschaftslager. (Archivfoto) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Sebastian Kahnert/dpa

  • Verdi-Chef Frank Werneke tritt fĂŒr ein strenges Vorgehen gegen die AfD ein. (Archivfoto) - Foto: Annette Riedl/dpa

    Annette Riedl/dpa

Die AfD und die Betriebswelt - das Ausmaß ihrer Verankerung hĂ€ngt auch von den kommenden Betriebsratswahlen ab. (Archivfoto) - Foto: Christoph Reichwein/dpaVerdi-Chef Frank Werneke sieht wenig Platz fĂŒr die AfD im Gewerkschaftslager. (Archivfoto) - Foto: Sebastian Kahnert/dpaVerdi-Chef Frank Werneke tritt fĂŒr ein strenges Vorgehen gegen die AfD ein. (Archivfoto) - Foto: Annette Riedl/dpa

Verdi-Chef Frank Werneke will die Betriebe in Deutschland möglichst frei von rechtem Gedankengut und AfD-nahen KrĂ€ften halten. Zur «Nagelprobe» wĂŒrden die Betriebsratswahlen im FrĂŒhjahr, «wo wir natĂŒrlich genau schauen, ob AfD-nahe Listen oder auch Einzelpersonen versuchen, den betrieblichen Raum fĂŒr sich zu erobern», sagte Werneke der Deutschen Presse-Agentur.

Die nÀchsten Betriebsratswahlen finden vom 1. MÀrz bis zum 31. Mai 2026 statt. GewÀhlt werden rund 180.000 Mitglieder von BetriebsrÀten. Werneke sagte, AfD-nahe KrÀfte versuchten dabei, möglichst viele Mandate zu erringen. 

AfD und Gewerkschaften

In den Gewerkschaften seien AfD-FunktionĂ€re nur in einer «sehr ĂŒberschaubaren GrĂ¶ĂŸe» als Mitglieder vertreten, so die EinschĂ€tzung des Verdi-Chefs. AfD-wĂ€hlende Gewerkschaftsmitglieder gebe es hingegen schon in einem nennenswerten Umfang. In den BetriebsrĂ€ten seien bisher nur vergleichsweise wenige Mitglieder des als AfD-nah geltenden Vereins Zentrum. 

Der Verein versteht sich als «Die alternative Gewerkschaft», wie es auch im Namen heißt. Die Organisation war 2009 von BeschĂ€ftigten aus dem Stuttgarter Stammwerk der damaligen Daimler AG gegrĂŒndet worden.

Ringen um Wahllisten

Werneke sagte, rechte KrĂ€fte versuchten, ihre Stellung nun auszubauen. Vor den anstehenden Betriebsratswahlen stelle Verdi mit «großem Aufwand» sicher, dass auf den eigenen Listen niemand kandidiere, der in rechtsextremen ZusammenhĂ€ngen unterwegs sei. «Wir arbeiten auch mit SelbstverstĂ€ndniserklĂ€rungen, die Kandidierende unterschreiben mĂŒssen, wenn sie denn auf unseren Listen antreten wollen.» 

Verankerung von rechtem Gedankengut

Bislang sei es gelungen, die Arbeitswelt «weitgehend frei» von rechten Tendenzen zu halten, weitgehend frei auch von organisierten AfD-Strukturen - anders als dies bei vielen Vereinen in manchen Regionen Deutschlands der Fall sei. Die AfD versuche zunehmend, den öffentlichen Raum - Vereine, Sport, kulturelle Angebote - zu vereinnahmen.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft bedauerte, dass es in vielen Betrieben keine BetriebsrÀte gebe. Den Gewerkschaften falle es dann schwerer, in die Arbeitswelt hineinzuwirken. Vor allem im Industriebereich, etwa in der Automobilzulieferindustrie, gebe es ein nicht unerhebliches Problem mit rechten Listen.

Werneke fordert Brandmauer

Vor den anstehenden Landtagswahlen insbesondere in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern rief Werneke die demokratischen Parteien zur Wahrung einer Brandmauer auf. Sie dĂŒrften «keinen Zweifel daran lassen, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten». Generell mĂŒssten die demokratischen Parteien wieder stĂ€rker in die Gesellschaft hineinwirken - auch in lĂ€ndlichen Regionen, wo teils ein permanenter neuer NĂ€hrboden fĂŒr die AfD entstehe.

Eine wichtige Forderung an die Politik sieht Werneke in diesem Zusammenhang in der Aufrechterhaltung einer guten öffentlichen Daseinsvorsorge. Konkret warf Werneke Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, KĂŒrzungen zulasten der Kommunen zuzulassen. «Das, muss ich sagen, ist ein fatales Signal, weil das heißt, die Kommunen im Stich lassen, absehbar in immer grĂ¶ĂŸere Probleme zu bringen.» Werneke wies auf die Bedeutung kommunaler Dienstleistungen hin. «Wenn das alles immer mehr zurĂŒckgeht, zerbröselt, alles auf Verschleiß gefahren wird, dann ist das aus meiner Sicht demokratiegefĂ€hrdend.»

@ dpa.de