René Benko erhÀlt zwei Jahre Zusatzstrafe wegen Millionenbetrugs
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBenko und die Folgen des Verfahrens
- Das Landesgericht Innsbruck verhÀngte gegen René Benko eine Zusatzstrafe von zwei Jahren.
- Der Investor Hans Peter Haselsteiner sagte, er habe ohne Benkos Garantie keine fĂŒnf Millionen Euro bereitgestellt.
- Beim Vorwurf eines verborgenen Jagdgewehrs im Wert von 80.000 Euro sprach das Gericht Benko frei.
Landesgericht Innsbruck verurteilt René Benko erneut
Der österreichische Immobilienunternehmer RenĂ© Benko ist in einem neuen Verfahren wegen schweren Betrugs verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der GrĂŒnder der Signa-Gruppe einen Investor um fĂŒnf Millionen Euro geschĂ€digt hatte.
Zusatzstrafe von zwei Jahren
Das Gericht verhÀngte eine Zusatzstrafe von zwei Jahren. Damit wird eine bereits ausgesprochene Haftstrafe von zweieinhalb Jahren erweitert, die Benko wegen der SchÀdigung von GlÀubigern erhalten hatte.
Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig. Benko erschien zu dem Prozess mit FuĂfessel und darf seine Untersuchungshaft seit Mitte Oktober in einer Privatwohnung verbringen.
Garantie fĂŒr fĂŒnf Millionen Euro im Mittelpunkt
Nach Darstellung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft brauchte Benko das Geld Anfang November 2023 dringend fĂŒr die Sporthandelstochter Sportscheck. Eine GarantieerklĂ€rung habe die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner dazu bewegt, die Millionensumme zuzuschieĂen.
Die Anklage wertete die Garantie als wahrheitswidrige Zusage und als Mittel zur TĂ€uschung. Benko wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Haselsteiner erklĂ€rte als Zeuge, er hĂ€tte die fĂŒnf Millionen Euro ohne die Zusage nicht zur VerfĂŒgung gestellt.
Freispruch beim Luxus-Jagdgewehr
In einem zweiten Anklagepunkt sprach das Gericht Benko frei. Es sah nicht als erwiesen an, dass er ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor seinen GlÀubigern verborgen hatte.
Bereits im September war Benko wegen GlĂ€ubigerschĂ€digung zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Dabei ging es um einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro fĂŒr ein Anwesen in Innsbruck, obwohl sich sein Signa-Imperium zu diesem Zeitpunkt bereits in einer kritischen Lage befand.
Weitere Ermittlungen laufen
Gegen Benko laufen rund um den Zusammenbruch der Signa-Gruppe weitere Ermittlungen in Ăsterreich und anderen LĂ€ndern, darunter Deutschland. Der Signa-GrĂŒnder hatte den Konzern innerhalb von rund 20 Jahren zu einer bekannten Marke fĂŒr Immobilien in exklusiven Innenstadtlagen ausgebaut.
Der Einstieg in den stationĂ€ren Handel mit Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, das schwindende Vertrauen der Banken und Managementfehler trugen schlieĂlich zur Insolvenz der Signa-Gruppe bei.
Das Urteil fĂŒgt sich in die juristische Aufarbeitung des Zusammenbruchs der Signa-Gruppe ein. Der Konzern war ĂŒber Jahre stark gewachsen und hatte sich neben Immobilienprojekten auch im stationĂ€ren Handel engagiert. Mit steigenden Zinsen, erschwerter Finanzierung und wachsendem Misstrauen von GeschĂ€ftspartnern geriet das Modell unter Druck.
Im Mittelpunkt des aktuellen Verfahrens steht eine Garantie, mit der Benko im November 2023 eine Zahlung von fĂŒnf Millionen Euro aus dem Umfeld des Industriellen Hans Peter Haselsteiner erhalten haben soll. Die Staatsanwaltschaft wertete die Zusage als TĂ€uschung; Benko wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Das Gericht folgte nun der Anklage, sprach ihn beim Vorwurf rund um das Luxus-Gewehr jedoch frei.
Folgen fĂŒr Benko und Signa
Die Zusatzstrafe von zwei Jahren erhöht die bereits verhĂ€ngte Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Weil das Urteil noch nicht rechtskrĂ€ftig ist, bleibt der weitere Rechtsweg offen. FĂŒr Betroffene der Signa-Insolvenz ist der Fall Teil einer gröĂeren Aufarbeitung, bei der es neben strafrechtlichen VorwĂŒrfen auch um die RĂŒckgewinnung von Vermögenswerten und die Befriedigung von GlĂ€ubigern geht.
Weitere Ermittlungen in Ăsterreich und anderen LĂ€ndern, darunter Deutschland, zeigen die internationale Dimension des Signa-Komplexes. FĂŒr Investoren und GeschĂ€ftspartner steht dabei besonders die Frage im Zentrum, welche Zusagen und Finanzierungsentscheidungen den Konzern bis kurz vor dem Zusammenbruch getragen haben. Das aktuelle Urteil beantwortet nur einen einzelnen Teilkomplex.
stern: âAngeklagter mit FuĂfessel: Neuer Prozess gegen Ex-MilliardĂ€r RenĂ© Benko hat begonnenâ (04.11.2026)
Der Artikel beschreibt den Prozessauftakt und stellt die Garantie ĂŒber rund fĂŒnf Millionen Euro sowie die gegensĂ€tzlichen Darstellungen von Anklage und Benko in den Mittelpunkt. Er ordnet das Verfahren als mögliche Zusatzstrafe zu der bereits verhĂ€ngten Haft ein; das nun verkĂŒndete Urteil und der Freispruch zum Gewehr gehen ĂŒber den damaligen Auftaktbericht hinaus.
