Rentenreform: Reddig droht mit Nein zum Gesetzentwurf
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 15:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig droht im Streit ĂŒber die geplante Rentenreform mit einer Ablehnung, falls der Gesetzentwurf vom vereinbarten Kompromiss abweicht. Voraussetzung fĂŒr seine Zustimmung sei, dass alle Bestandteile einschlieĂlich der Kapitalrente in einem Paket enthalten seien, sagte der Vorsitzende der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der âWeltâ.
Reddig fordert vollstÀndigen Kompromiss
âDie Grundvoraussetzung ist deshalb, dass alles in ein Paket kommt, inklusive der Kapitalrenteâ, sagte Reddig. Sollte sich dies im Gesetzentwurf wiederfinden, stimme man ânatĂŒrlich gerne zuâ; auf die Frage nach dem gegenteiligen Fall antwortete er: âDann nicht.â
Reddig hatte fĂŒr die Union federfĂŒhrend in der Rentenkommission an den ReformplĂ€nen mitgearbeitet. Der Gesetzentwurf soll bis zum 7. Oktober vorliegen.
Warnung vor einem RĂŒckzug der Koalition
Der CDU-Politiker warnte davor, aus Sorge vor unpopulĂ€ren Entscheidungen von der Reform abzurĂŒcken. Er sprach von einem âkurzsichtigen Sozialpopulismusâ und erklĂ€rte, die WĂ€hler wĂŒrden es nicht honorieren, wenn erneut keine Reform zustande komme.
FĂŒr VorschlĂ€ge der SPD zur kurzfristigen Einsparung von zehn Milliarden Euro im Rentensystem zeigte sich Reddig offen. Einen solchen Vorschlag sehe er bislang jedoch nicht.
Kritik an MinisterprÀsidenten
Reddig kritisierte auĂerdem MinisterprĂ€sidenten aus CDU-gefĂŒhrten LĂ€ndern, die Teile der Reform infrage gestellt hatten. Vor der Sommerpause habe ein Kompromiss vorgelegen, hinter dem der gesamte Koalitionsausschuss gestanden habe; diesen anschlieĂend wieder infrage zu stellen, sei nicht klug gewesen.
Die Rentenreform steht vor einer entscheidenden Abstimmung innerhalb der schwarz-roten Koalition. Der von Pascal Reddig geforderte Zusammenhang zwischen dem Gesamtpaket und der Kapitalrente macht deutlich, dass die Reform nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch den Aufbau eines kapitalgedeckten Vorsorgeelements neu ordnen soll.
Die Rentenkommission hatte zuvor 33 VorschlĂ€ge vorgelegt. Dazu zĂ€hlen neben der Kapitalrente ein höheres Renteneintrittsalter und Ănderungen bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Gerade dieser Punkt stöĂt in Teilen der SPD und bei mehreren MinisterprĂ€sidenten auf Widerstand, weil langjĂ€hrig Versicherte in bestimmten Regionen und Berufsgruppen besonders betroffen wĂ€ren.
Streit ĂŒber den Umfang des Pakets
Politisch entscheidend ist deshalb, ob der Gesetzentwurf die im Sommer vereinbarten Reformbestandteile gemeinsam abbildet oder einzelne MaĂnahmen herauslöst. Reddigs Nein-Drohung erhöht den Druck auf die KoalitionsfĂŒhrung, bevor der Entwurf bis zum 7. Oktober vorliegen soll.
FĂŒr Beitragszahler geht es um zwei gegenlĂ€ufige Ziele: kurzfristig sollen die gesetzlichen BeitrĂ€ge gedĂ€mpft werden, langfristig soll die Altersvorsorge stabiler finanziert werden. Eine Herausnahme einzelner Reformen könnte die Zustimmung in der Koalition erleichtern, wĂŒrde aber zugleich die Finanzierung und den politischen Kompromiss neu aufwerfen.
Entscheidung im Oktober
Die nĂ€chsten Beratungen dĂŒrften daher vor allem die Ausgestaltung der Kapitalrente, die Behandlung besonders langjĂ€hrig Versicherter und mögliche Einsparungen im Rentensystem betreffen. Bis zur Vorlage des Gesetzentwurfs bleibt offen, ob die Koalition den Sommerkompromiss vollstĂ€ndig umsetzt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: âJunge Gruppe in der Union hĂ€lt an Rentenreform festâ (23.09.2026)
Der Beitrag bestÀtigt Reddigs Festhalten an der vereinbarten Umsetzung der VorschlÀge der Rentenkommission. Der Schwerpunkt liegt auf der Position der Jungen Gruppe und ihrer Forderung nach VerlÀsslichkeit innerhalb der Koalition.
ZDFheute: âReformen: Wie ist der Stand nach den Wahlen in Ostdeutschland?â (24.09.2026)
Der Beitrag ordnet den Streit in die Debatte ĂŒber die 33 Empfehlungen der Rentenkommission ein und nennt insbesondere die Kapitalrente sowie die geplante Ănderung bei der Rente nach 45 Beitragsjahren. Anders als Reddig stellt er stĂ€rker die Vorbehalte von SPD und LĂ€nderchefs heraus; offen bleibt die endgĂŒltige Fassung des Gesetzentwurfs.
Ăbergreifend besteht Einigkeit darĂŒber, dass der Umfang des Reformpakets politisch umstritten ist. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Gewichtung von Kapitalrente, Beitragsentlastung und der abschlagsfreien Rente fĂŒr langjĂ€hrig Versicherte.
