Baden-Württemberg, Deutschland

Strom fließt wieder in Reutlingen - Ermittler rätseln weiter

09.06.2026 - 13:12:38 | dpa.de

Reutlingen ist wieder am Netz: Die meisten Haushalte haben nach dem Umspannwerk-Brand wieder Strom, nur wenige Gewerbebetriebe sind noch betroffen. Die Hintergründe bleiben unklar.

  • Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
  • Verkokelte Kabel nach dem Brand in Reutlingen. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Verkokelte Kabel nach dem Brand in Reutlingen. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa Verkokelte Kabel nach dem Brand in Reutlingen. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa

Nach dem folgenreichen Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen werden alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Das teilte Jens Balcerek von der FairNetz GmbH mit. «Wir haben aktuell circa 50 Kunden, die noch nicht versorgt werden im Gewerbegebiet. Privathaushalte sind bis auf Einzelfälle alle versorgt seit gestern Abend 22.02 Uhr.»

Bei der Suche nach den Tätern und dem möglichen Motiv tun sich die Ermittler hingegen schwer. «Wir ermitteln ergebnisoffen weiter», sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. «Wir haben kein Bekennerschreiben.» Der am Umspannwerk gesicherte, mögliche Brandbeschleuniger und weitere Asservate würden nun analysiert. 

Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. «Eine Bekennung zur Tat wurde hier bislang nicht bekannt», sagte auch ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Kritische Infrastruktur als wunder Punkt

Kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung lässt sich nach Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) nur bis zu einem gewissen Maß schützen. «Die Vorstellung, dass wir alle Umspannwerke quasi von der Öffentlichkeit abschirmen, die ist kaum durchsetzbar», sagte Özdemir in Stuttgart. Trotzdem prüfe man, was man nach dem Brand in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen besser machen könne. «Es geht darum, unsere Resilienz zu stärken, um möglichst wenig angreifbar zu sein», sagte Özdemir. Es sei aber zu früh, zu sagen, was man aus dem Fall in Reutlingen lernen könne. 

Hinweise auf Brandbeschleuniger 

Die bisherigen Ermittlungen hätten Hinweise auf einen eingesetzten Brandbeschleuniger ergeben. Die kriminaltechnischen Analysen und Laboruntersuchungen dauern an. Das Ermittlungsverfahren wird derzeit gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe geführt.

Reutlingen hat knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen.

Zehntausende für Stunden ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

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