Reza Pahlavi erhÀlt Freiheitspreis vor 5.000 Demonstranten
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPreisĂŒbergabe und Kundgebungen in Frankfurt
- Reza Pahlavi nahm den Freiheitspreis in der Frankfurter Paulskirche stellvertretend fĂŒr das iranische Volk entgegen.
- Die Polizei zÀhlte zur Mittagszeit etwa 5.000 Demonstranten im Stadtgebiet.
- FĂŒr eine Kundgebung im Ostpark waren nach Angaben der Stadt 30.000 Menschen angemeldet.
Reza Pahlavi nimmt Freiheitspreis in Frankfurt entgegen
Begleitet von Demonstrationen mehrerer Tausend Menschen hat der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi in Frankfurt den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung entgegengenommen. Die FDP-nahe Stiftung verlieh die Auszeichnung stellvertretend dem von der Mullah-Regierung drangsalierten iranischen Volk fĂŒr seinen Freiheitswillen.
Tausende Menschen im Stadtgebiet
Zur Mittagszeit waren laut Polizei etwa 5.000 Demonstranten im gesamten Stadtgebiet unterwegs, gröĂtenteils AnhĂ€nger Pahlavis. Auf dem Römerberg und rund um die Paulskirche zĂ€hlte die Polizei etwa 3.000 Menschen mit Fahnen und Plakaten.
Unter den Teilnehmern waren auch die ersten Besucher einer GroĂkundgebung im Ostpark, die am Nachmittag beginnen sollte. DafĂŒr waren nach Angaben der Stadt insgesamt 30.000 Menschen angemeldet.
Polizei nimmt Mann fest
Die Polizei hatte ein groĂes Aufgebot an EinsatzkrĂ€ften zusammengezogen. Im Bereich der Kundgebungen wurde ein Mann festgenommen, nachdem es laut Polizei einen Hinweis auf einen Livestream gegeben hatte, in dem er Straftaten angekĂŒndigt haben soll.
Pahlavi sieht sich als BrĂŒckenbauer
Pahlavi ist ein Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs und lebt im Exil in den USA. Er hat sich als ĂbergangsfĂŒhrer ins Spiel gebracht, falls die seit 1979 regierende StaatsfĂŒhrung in Teheran stĂŒrzen sollte.
Bei der Feierstunde in der Paulskirche kĂŒndigte Pahlavi an, er werde die Auszeichnung eines Tages dem iranischen Volk ĂŒbergeben â nicht auf auslĂ€ndischem Boden, sondern in Teheran. Er sehe seine Rolle als BrĂŒckenbauer. Die Islamische Republik sei nicht die legitime Regierung des Iran.
Umstrittene Ehrung
Das Publikum in der Paulskirche ĂŒbertönte die Feierstunde wiederholt mit Sprechchören wie âLang lebe Schah, lang lebe Iran!â. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, Pahlavi habe stets gesagt, dass das iranische Volk selbst ĂŒber seine Zukunft entscheide.
Viele sehen Pahlavi wegen der monarchistischen Vergangenheit des Landes unter seinem autokratisch herrschenden Vater kritisch. Pahlavi hat zugleich zahlreiche UnterstĂŒtzer, die in ihm eine mögliche politische FĂŒhrungsfigur fĂŒr einen Ăbergang im Iran sehen.
Die Preisvergabe fĂ€llt in eine Phase, in der Reza Pahlavi auĂerhalb Irans als prominente Oppositionsstimme auftritt und zugleich seine politische Rolle umstritten bleibt. Die Stiftung begrĂŒndet die treuhĂ€nderische Annahme damit, das iranische Volk und dessen Freiheitswillen auszuzeichnen; Pahlavi soll den Preis spĂ€ter an frei gewĂ€hlte Vertreter ĂŒbergeben.
Der Konflikt um die Ehrung hat eine historische Dimension. Pahlavi ist der Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs, dessen Herrschaft mit politischer Repression verbunden war. Kritiker aus der iranischen Diaspora fĂŒhren diese Vergangenheit als Argument gegen die Auszeichnung an, wĂ€hrend UnterstĂŒtzer in ihm eine mögliche Stimme fĂŒr einen politischen Ăbergang sehen.
Frankfurt als politischer Schauplatz
Die Demonstrationen machen sichtbar, wie unterschiedlich Exiliraner die Zukunft ihres Landes bewerten. FĂŒr die Stadt bedeutet die angemeldete GroĂkundgebung zugleich eine erhebliche organisatorische Herausforderung: Mehrere Veranstaltungsorte, ein groĂes Polizeiaufgebot und mögliche Verkehrsbehinderungen prĂ€gen den Tag. Die weitere Bedeutung des Ereignisses hĂ€ngt damit nicht nur von der Zahl der Teilnehmer ab, sondern auch davon, ob die Kundgebungen friedlich verlaufen und welche politischen Botschaften sich durchsetzen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: âFrankfurt: Debatte um symbolische Preisvergabe an Schahsohn Pahlaviâ (06.11.2026)
Euronews habe die geplante treuhĂ€nderische PreisĂŒbergabe und die Kritik iranischer Vereinigungen beschrieben. Der Beitrag setze einen Schwerpunkt auf die historische Verantwortung Pahlavis und die unterschiedlichen Bewertungen in der Diaspora.
ZDFheute: âIran-Demos in Frankfurt erwartet: Schah-Sohn nimmt Preis entgegenâ (07.11.2026)
ZDFheute habe den Schwerpunkt auf die erwarteten GroĂdemonstrationen, die geplanten Routen und mögliche Verkehrsbehinderungen gelegt. Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten den politischen Anlass, unterschieden sich aber darin, ob die Kontroverse um Pahlavi oder die praktischen Folgen fĂŒr Frankfurt im Vordergrund standen. Offen blieb die weitere Entwicklung der Kundgebungen.
