Boris Pistorius, Rudolf Scharping

Scharping nennt Pistorius besten Verteidigungsminister seit Schmidt

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 11:21 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Rudolf Scharping verteidigt den Begriff „Kriegstüchtigkeit“ und lobt Boris Pistorius ungewöhnlich deutlich. Der frühere Verteidigungsminister sieht Deutschland bereits mitten in einem hybriden Konflikt mit Russland.

Scharping: Pistorius ist bester Verteidigungsminister seit Schmidt
Boris Pistorius (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Rudolf Scharping hält den von Verteidigungsminister Boris Pistorius geprägten Begriff der „Kriegstüchtigkeit“ für angebracht. Der frühere Verteidigungsminister lobte Pistorius zudem als den „besten Verteidigungsminister seit Helmut Schmidt, mich eingeschlossen“.

Scharping verteidigt die Zuspitzung

Der frühere SPD-Politiker bezeichnete die Wortwahl als legitime Zuspitzung. Sie sei geeignet, „eine Gesellschaft aufzurütteln, die satt ist und nicht gern über die Voraussetzungen ihres guten Lebens nachdenkt“.

Nach Scharpings Ansicht hängt die Verteidigungsfähigkeit eines Landes auch an der Verteidigungswilligkeit seiner Menschen. Russland teste die Widerstandskraft aller Europäer.

Russland als dauerhafte Sicherheitsherausforderung

Scharping ordnete den Konflikt deutlich weiter als klassische Militärpolitik ein. „Drohnen, Desinformation, hybride Kriegsführung - wir sind längst Teil des Krieges von Wladimir Putin“, sagte er.

Die Aussage reiht sich in eine Debatte ein, in der die Bundesregierung seit Monaten stärker über Abschreckung, Bündnisfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz spricht. Der Begriff „Kriegstüchtigkeit“ steht dabei für den Versuch, die Sicherheitslage nicht zu beschönigen, sondern die Voraussetzungen für militärische Verteidigung breiter zu benennen.

Rudolf Scharping ordnet Boris Pistorius in der Debatte um die Verteidigungsfähigkeit klar als starken Amtsinhaber ein und stützt damit die Linie des Verteidigungsministers, Sicherheitspolitik sprachlich deutlicher zu fassen. Seine Formulierung zur „Kriegstüchtigkeit" trifft einen Nerv in einer Phase, in der die Bundesregierung angesichts Russlands Vorgehen den Blick stärker auf Abschreckung, Resilienz und militärische Belastbarkeit richtet.

Politischer Kontext

Die Wortwahl ist politisch brisant, weil sie über klassische Begriffe wie „Verteidigungsbereitschaft" hinausgeht und das Thema stärker in den Alltag der Gesellschaft rückt. Genau darin liegt der Zweck solcher Zuspitzungen: Sie sollen nicht nur Ministerien, sondern auch Öffentlichkeit, Wirtschaft und Verwaltung auf die Anforderungen einer verschärften Sicherheitslage einstellen.

Bedeutung für die Debatte

Dass ausgerechnet ein früherer Verteidigungsminister Pistorius als den „besten Verteidigungsminister seit Helmut Schmidt" bezeichnet, verstärkt die Signalwirkung der Äußerung. Der Satz verbindet parteipolitische Rückendeckung mit einer strategischen Botschaft: Deutschland müsse sich auf eine längere Phase geopolitischer Konfrontation einstellen und die eigene Wehrhaftigkeit breiter verankern.

Für die politische Debatte bedeutet das vor allem, dass die Auseinandersetzung um Sprache nicht losgelöst von der Sicherheitslage geführt wird. Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit" markieren keinen semantischen Streit im luftleeren Raum, sondern spiegeln den Versuch wider, eine veränderte Bedrohungslage in ein belastbares sicherheitspolitisches Narrativ zu übersetzen.

Disclaimer...

de | politik | 70067878 |