RumÀnien, Bulgarien

RumÀnien und Bulgarien: Kontrollen an Flug- und SeehÀfen fallen weg

31.03.2024 - 15:00:43

RumÀnien und Bulgarien sind am Ostersonntag dem Schengen-Raum beigetreten.

Damit entfallen zunĂ€chst die Personenkontrollen an den internen Luft- und Seegrenzen, also an FlughĂ€fen und SeehĂ€fen. Die EU-LĂ€nder hatten sich bereits Ende Dezember auf den Schritt verstĂ€ndigt. Über die Aufhebung der Kontrollen an den Landgrenzen soll zu einem spĂ€teren Zeitpunkt entschieden werden.

Der Schengen-Raum soll uneingeschrÀnkten Personenverkehr in Europa gewÀhrleisten. Ihm gehören nun 25 der 27 EU-MitgliedslÀnder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an.

RumĂ€nien und Bulgarien hatten seit 2011 auf den Schengen-Beitritt gewartet. DarĂŒber gab es aus unterschiedlichen GrĂŒnden lange keine Einstimmigkeit unter den EU-Staats- und Regierungschefs. RumĂ€nien und Bulgarien waren bereits 2007 der EU beigetreten. Bis September vergangenes Jahr standen Justiz und Rechtsstaat dort aber wegen grassierender Korruption und organisierter KriminalitĂ€t unter Sonder-Überwachung der EU-Kommission.

Insbesondere Österreich hatte bis zuletzt Bedenken am Beitritt der beiden LĂ€nder zum Schengen-Raum geĂ€ußert und Bulgarien etwa den unzureichenden Schutz der Außengrenze vorgeworfen. Die auf dem Festland 259 Kilometer lange Grenze zur TĂŒrkei wird seit 2017 komplett durch einen Drahtzaun mit Stacheln geschĂŒtzt und mit WĂ€rmebildkameras ĂŒberwacht. Trotzdem wird sie hĂ€ufig von Migranten mit der Hilfe von Schleusern irregulĂ€r ĂŒberquert.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex unterstĂŒtzt Bulgarien und RumĂ€nien bereits beim Schutz der EU-Außengrenzen und wird dies weiterhin tun. Im Februar hatte Frontex zudem angekĂŒndigt, an den Grenzen zur TĂŒrkei und zu Serbien das Personal zu verstĂ€rken.

Die geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung in Bulgarien wĂŒrdigte den eingeschrĂ€nkten Schengen-Beitritt. Er sei der grĂ¶ĂŸte Erfolg nach der Aufnahme des Landes in die EU, sagte der Anfang MĂ€rz zurĂŒckgetretene Regierungschef Nikolaj Denkow bei einer feierlichen Zeremonie am internationalen Flughafen Sofia nach der Landung einer Maschine aus Berlin. Von einem "historischen Augenblick" sprach die geschĂ€ftsfĂŒhrende Außenministerin und Vizeregierungschefin Maria Gabriel.

FĂŒr eine Entscheidung zur Aufhebung der Kontrollen auch an den Landgrenzen werde nun nach einem "politisch geeigneten Moment" nach der Europawahl und wahrscheinlich nach der Parlamentswahl in Österreich gesucht, sagte Denkow. Die bulgarische Wirtschaft sowie die Opposition drĂ€ngen nach einer baldigen Schengen-Aufnahme auch mit dem Wegfall der Kontrollen an den Landgrenzen.

@ dpa.de