NRW-Wahlleiterin, Todeszahlen

NRW-Wahlleiterin: Todeszahlen «nicht signifikant erhöht»

04.09.2025 - 09:30:33

Rund 20.000 Mandate sind bei den Kommunalwahlen in NRW zu vergeben. Einzelne TodesfĂ€lle von Kommunalwahlkandidaten fĂŒhren zu Spekulationen und Andeutungen im Netz. Was ist da dran?

Anderthalb Wochen vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen hat die Landeswahlleiterin Kenntnis von 16 TodesfĂ€llen unter den insgesamt mehreren tausend Kandidaten. Angesichts von Spekulationen im Internet, dass besonders viele AfD-Kandidaten betroffen sein könnten, betonte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in DĂŒsseldorf, es gebe keine Hinweise auf eine signifikant erhöhte Anzahl von TodesfĂ€llen. Bei der Kommunalwahl 2020 waren in NRW mehr als 20.000 Mandate vergeben worden.

Von den bislang erfassten 16 TodesfĂ€llen betreffen den Angaben zufolge sieben die AfD und jeweils einer die SPD, die Sozialdemokratische Aktion (SDA), FDP, GrĂŒne, die Tierschutzpartei, die UnabhĂ€ngige WĂ€hlergemeinschaft (UWG), Freie WĂ€hler, die Partei Volksabstimmung sowie eine WĂ€hlergruppe - in insgesamt 14 verschiedenen Gemeinden. 

Solche TodesfĂ€lle von Bewerberinnen und Bewerbern ereigneten sich - unabhĂ€ngig von Partei- oder WĂ€hlergruppenzugehörigkeit - bedauerlicherweise bei allen Wahlen, stellte der Sprecher fest. Da es keine Meldepflicht der kommunalen Behörden gegenĂŒber der Landeswahlleiterin gebe, gebe es bei den genannten FĂ€llen keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. UnabhĂ€ngig davon erhalte ihr BĂŒro entsprechende Berichte und sie sichte auch eigeninitiativ Veröffentlichungen. 

Im Netz wird spekuliert - AfD-Landeschef reagiert

Im Internet hatten unter anderem Andeutungen einzelner AfD-Politiker Spekulationen zum Tod von AfD-Kandidaten befeuert. In vier FĂ€llen hatte die Polizei unnatĂŒrliche Todesursachen beziehungsweise ein Fremdverschulden bereits ausgeschlossen.

Der Landesparteichef der AfD NRW, Martin Vincentz, teilte der dpa mit: «Nach den ersten uns vorliegenden Informationen haben wir keine Hinweise auf unnatĂŒrliche TodesfĂ€lle.» Die im Netz offenbarten Gedanken ĂŒber mögliche HintergrĂŒnde seien allerdings ein Spiegel des parteipolitischen Umgangs: «Wenn fĂŒr viele Menschen mittlerweile selbst politischer Mord vorstellbar erscheint, ist das eine direkte Folge des oft rĂŒcksichtslosen Kampfes, der seit Jahren gegen die AfD gefĂŒhrt wird», argumentierte Vincentz. «Das macht uns sehr betroffen und zeigt, wie die Politik der Brandmauer demokratisches Miteinander aushöhlt.»

Angesichts des langen Zeitraums zwischen der Aufstellung der Bewerber und der Wahl sieht das Kommunalwahlgesetz die Möglichkeit der Nachwahl vor, wenn ein Bewerber noch vor dem Wahltag stirbt. Eine solche Nachwahl kann, wenn es der zeitliche Ablauf zulÀsst, auch am Tag der eigentlichen Kommunalwahlen stattfinden.

@ dpa.de