Russland, Sim-Karten

Russland: Keine Sim-Karten fĂŒr AuslĂ€nder ohne biometrische Daten

01.07.2025 - 15:08:39

Russland schaltet nicht biometrisch erfassten AuslÀndern die Mobilfunkverbindung ab.

"Die Maßnahmen sind auf den Kampf gegen BetrĂŒger und "graue" Sim-Karten gerichtet", teilte das Digitalministerium in Moskau mit. Biometrische Daten sind personenbezogene Daten, die zur eindeutigen Identifizierung eines Menschen verwendet werden können.

BĂŒrger anderer Staaten mussten sich demnach bis Dienstag im einheitlichen biometrischen System registrieren lassen. Wer das nicht tat, dem wĂŒrden Mobilfunkbetreiber nun nach und nach die Verbindung abstellen, hieß es. FĂŒr russische StaatsbĂŒrger gibt es keine vergleichbare Regelung.

Seit Jahresbeginn ist es fĂŒr AuslĂ€nder deutlich schwieriger, eine Sim-Karte zu bekommen. Sie mĂŒssen ein Konto beim staatlichen Serviceportal "Gosuslugi" einrichten, eine Rentenversicherungsnummer beantragen und ihre biometrischen Daten mit Foto und Stimme erfassen lassen. Außerdem mĂŒssen sie die GerĂ€te-Identifikationsnummer (IMEI) des Handys angeben, mit dem die SIM-Karte genutzt werden soll. Mehr als zehn SIM-Karten darf ein AuslĂ€nder nicht haben.

Hintergedanke der Neuerung ist eine stĂ€rkere Kontrolle ĂŒber die Zugereisten. Zuletzt hat Russland schon die Einreiseregelungen fĂŒr viele Gastarbeiter aus den zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken verschĂ€rft.

Moskau schrÀnkt Kommunikationswege immer weiter ein

Kontrolle und Zensur durch den Staat haben in Russland seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als drei Jahren deutlich zugenommen. Zahlreiche Seiten, darunter Angebote westlicher und unabhĂ€ngiger Medien, wurden blockiert. Vielen Online-Diensten wie Youtube wurde die Netzgeschwindigkeit gedrosselt - teilweise so stark, dass sie ohne ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) praktisch nicht mehr nutzbar sind. Aber auch die VPN-Anbieter werden zunehmend gesperrt, um Nutzern in Russland den Zugang zur Außenwelt auch auf diesem Weg zu blockieren.

Zuletzt verabschiedete das russische Parlament ein Gesetz zur Schaffung eines eigenen Messengers. In das Chatprogramm sollen auch staatliche Dienstleistungen integriert werden.

Immer hĂ€ufiger wird das mobile Internet regional auch völlig abgestellt. Besonders prĂ€gnant waren die Abschaltungen in der Hauptstadt um den 9. Mai, an dem Russland den Tag des Sieges ĂŒber Nazi-Deutschland mit einer großen MilitĂ€rparade auf dem Roten Platz feierte. Seither kam es immer wieder in verschiedenen Regionen des flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Landes der Welt zu vorĂŒbergehenden Abschaltungen. Behörden begrĂŒnden dies stets mit Sicherheitsmaßnahmen, etwa wenn ukrainische Drohnen im Anflug sind.

@ dpa.de