Ulrich Siegmund, Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt: AfD-Wahlsieger Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 14:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

AfD-Politiker Ulrich Siegmund will sich im Dezember im Landtag von Sachsen-Anhalt zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Das kündigte der Wahlsieger nach einer Fraktionssitzung in Magdeburg an.

Ulrich Siegmund will der erste AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa
Ulrich Siegmund will der erste AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa

AfD-Politiker Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident zur Wahl stellen.

Ankündigung nach Fraktionssitzung

Siegmund gab die Entscheidung nach einer Sitzung der AfD-Fraktion in Magdeburg bekannt. Damit beansprucht der Spitzenpolitiker der stärksten Kraft bei der Landtagswahl das Amt des Regierungschefs.

AfD ohne absolute Mehrheit

Die AfD verfügt im neuen Landtag nicht über die für eine alleinige Regierungsbildung nötige absolute Mehrheit. Die Wahl Siegmunds hängt daher davon ab, ob er neben den Stimmen seiner eigenen Fraktion weitere Unterstützung erhält.

Entscheidung im Dezember

Bis zur Ministerpräsidentenwahl müssen die Fraktionen ihre strategischen Positionen klären. Im Mittelpunkt stehen mögliche Gespräche über eine Regierungsbildung sowie die Frage, ob eine Mehrheit für Siegmund zustande kommen kann.

Ausgangslage nach der Landtagswahl

Die AfD verfügt im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt über 39 der 83 Sitze und verfehlt damit die absolute Mehrheit von 42 Mandaten. Für eine alleinige Regierungsbildung reicht das Ergebnis nicht aus.

Die Sitzverteilung macht die Wahl des Ministerpräsidenten zu einer offenen parlamentarischen Auseinandersetzung. SPD, Grüne, Linke und BSW kommen zusammen ebenfalls nicht auf eine Mehrheit; gemeinsam mit der CDU wäre rechnerisch eine Mehrheit vorhanden. Politisch ist eine solche Zusammenarbeit jedoch nicht vereinbart.

Mehrere Wege zur Regierungsbildung

Am 6. Oktober tritt der neue Landtag erstmals zusammen. Parallel zu Gesprächen über eine Regierung ohne AfD führen AfD und BSW Gespräche über mögliche Sachkooperationen. Das BSW schließt eine gemeinsame Regierung mit der AfD aus.

Bedeutung der Dezember-Wahl

Mit Siegmunds Ankündigung wird die Ministerpräsidentenwahl zum nächsten entscheidenden Termin nach dem Wahlsieg der AfD. Seine Kandidatur setzt die anderen Fraktionen unter Druck, ihre Haltung zu einer AfD-geführten Regierung und zu möglichen Alternativen offenzulegen. Für das Land bedeutet der Ausgang der Abstimmungen, ob es zu einem Regierungswechsel, einer parteiübergreifenden Lösung oder einer längeren politischen Blockade kommt.

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