Demokratieprojekte, Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt: Bund plant neue Förderung fĂŒr Demokratieprojekte

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Das Bundesbildungsministerium plant zusĂ€tzliche Fördermöglichkeiten fĂŒr TrĂ€ger und Projekte, falls UnterstĂŒtzung durch LĂ€nder oder Kommunen wegfĂ€llt. Auch die Kulturförderung in Sachsen-Anhalt soll nach Angaben der Bundesregierung verlĂ€sslich fortgesetzt werden.

Förderwege fĂŒr Sachsen-Anhalt

  • Das Bundesbildungsministerium will Demokratieprojekte auch außerhalb von „Demokratie leben“ unterstĂŒtzen.
  • Ministerin Karin Prien lĂ€sst mögliche Förderwege fĂŒr TrĂ€ger und Projekte in LĂ€ndern und Kommunen entwickeln.
  • Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser sprach Mitte Oktober mit Vertretern der ostdeutschen Zivilgesellschaft.
  • Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt auch kĂŒnftig fördern.
Familienministerium (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bund plant weitere Förderwege fĂŒr Demokratieprojekte

Das Bundesbildungsministerium will Demokratieprojekte in Sachsen-Anhalt auch außerhalb des umstrukturierten Programms „Demokratie leben“ fördern. Die Demokratiearbeit vor Ort habe fĂŒr das Ministerium hohe PrioritĂ€t, erklĂ€rte eine Sprecherin von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) auf Anfrage.

UnterstĂŒtzung soll auch außerhalb des Programms möglich werden

FĂŒr TrĂ€ger und Projekte in allen LĂ€ndern und Kommunen sollen Fördermöglichkeiten geöffnet oder entwickelt werden. Dazu gehörten auch mögliche Wege außerhalb von „Demokratie leben“.

Das Ministerium will nach Angaben der Sprecherin tragfĂ€hige Lösungen finden, damit Engagement und Beratungsangebote fortbestehen können, wenn UnterstĂŒtzung durch das Land oder einzelne Kommunen wegfĂ€llt. Prien hatte erklĂ€rt: „Wir lassen die Menschen nicht allein, die tagtĂ€glich den RĂŒcken gerade machen fĂŒr ein respektvolles Miteinander.“

Ostdeutsche Zivilgesellschaft unter Druck

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hatte Mitte Oktober Vertreter der ostdeutschen Zivilgesellschaft mit Schwerpunkt Sachsen-Anhalt eingeladen. Bei dem Treffen sei eine zunehmende Bedrohungslage fĂŒr zivilgesellschaftliche Akteure und Organisationen deutlich geworden, sagte Kaiser anschließend.

Die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt sei aus historischen GrĂŒnden personell und finanziell deutlich schwĂ€cher aufgestellt als die westdeutsche. Durch finanziellen Druck und den Umbau des Förderprogramms „Demokratie leben“ drohe vielen wichtigen Strukturen das Aus.

Bund sagt Kulturszene UnterstĂŒtzung zu

Auch fĂŒr die Kultur in Sachsen-Anhalt stellte der Bund UnterstĂŒtzung in Aussicht. Eine Sprecherin des Beauftragten der Bundesregierung fĂŒr Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos), erklĂ€rte, der Bund stehe fest an der Seite der Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen im Land, auch unter einer möglichen neuen Landesregierung.

FĂŒr Kulturpolitik seien allerdings in erster Linie die LĂ€nder zustĂ€ndig. Deshalb seien alle demokratischen KrĂ€fte gefordert, die fĂŒr die freiheitlich-demokratische Gesellschaft bedeutenden Institutionen zu verteidigen. Weimer betrachte die UnterstĂŒtzung der Kulturszene als wichtiges Anliegen. Kulturförderung bewahre nach seiner Auffassung nicht nur das kulturelle Erbe, sondern stĂ€rke auch Wirtschaft, gesellschaftlichen Zusammenhalt und regionale Entwicklung. Der Bund werde Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt auch kĂŒnftig verlĂ€sslich fördern.

Die angekĂŒndigte Förderung zielt auf ein strukturelles Problem der politischen Bildungs- und Beratungsarbeit in Sachsen-Anhalt: Viele Initiativen arbeiten projektbezogen und sind deshalb besonders abhĂ€ngig von befristeten ZuschĂŒssen des Bundes, des Landes oder der Kommunen. FĂ€llt eine dieser SĂ€ulen weg, können Personalstellen, Beratungsangebote und lokale Netzwerke kurzfristig unter Druck geraten.

Das Programm „Demokratie leben“ ist dabei ein zentraler Förderweg des Bundes fĂŒr Projekte gegen Extremismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und fĂŒr demokratische Teilhabe. Wenn Förderbedingungen oder ZustĂ€ndigkeiten verĂ€ndert werden, benötigen TrĂ€ger Übergangslösungen, damit laufende Arbeit nicht allein wegen eines Programmwechsels abbricht. ZusĂ€tzliche Förderwege könnten diese AbhĂ€ngigkeit verringern, ersetzen aber keine verlĂ€ssliche mehrjĂ€hrige Finanzierung.

Folgen fĂŒr Kommunen und Kultur

FĂŒr Kommunen bedeutet die AnkĂŒndigung zunĂ€chst eine mögliche Entlastung, weil sie wichtige Angebote nicht allein finanzieren mĂŒssten. Zugleich bleibt die konkrete Ausgestaltung entscheidend: Förderkriterien, Antragsfristen und die ZustĂ€ndigkeit zwischen Bund, Land und Kommunen bestimmen, ob Geld tatsĂ€chlich bei den Projekten ankommt. Die Kulturförderung folgt einer Ă€hnlichen Logik. Der Bund kann Einrichtungen unterstĂŒtzen, die Verantwortung fĂŒr Kulturpolitik liegt jedoch ĂŒberwiegend bei den LĂ€ndern. FĂŒr Sachsen-Anhalt steht damit neben der Projektfinanzierung auch die dauerhafte Absicherung von Personal, Beratung und regionalen Kulturstrukturen im Mittelpunkt.

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