Trump, Zöllen

Trump will mit angedrohten Zöllen Ernst machen

01.02.2025 - 04:39:52

Schon im Wahlkampf drohte Trump mit Zöllen. Ab Samstag sollen die Nachbarn und China drankommen, bald dĂŒrfte auch die EU an der Reihe sein. Trump verspricht sich von den Zöllen ein reiches Amerika.

US-PrĂ€sident Donald Trump macht mit den schon im Wahlkampf angedrohten Zöllen gegen eine Reihe von Handelspartnern seines Landes Ernst. Schon am Samstag sollen weitreichende Zölle auf Waren aus China, Kanada und Mexiko eingefĂŒhrt werden, wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus sagte. Die fĂŒr Kanada vorgesehenen 25 Prozent wollte Trump «ein kleines bisschen» auf 10 Prozent senken, wie er sagte. Auch fĂŒr China seien 10 Prozent vorgesehen, fĂŒr Mexiko standen vorerst 25 Prozent im Raum. Und alles «on top», betonte Trump, zusĂ€tzlich zu bereits bestehenden Zöllen.

Zölle sind eine Art Zuschlag auf importierte Waren. Sie werden an der Grenze fĂ€llig. Trump hatte bereits wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 auf Zölle gesetzt. Ökonomen gehen davon aus, dass weitreichende Zölle zu einem Anstieg der Preise in den USA fĂŒhren werden.

Auch die EU muss von Trump Zölle erwarten. «Absolut», betonte Trump auf eine entsprechende Frage eines Reporters. «Die EU hat uns so schlecht behandelt», begrĂŒndete der US-PrĂ€sident seine PlĂ€ne. Die USA hĂ€tten ein «gewaltiges Defizit» im Handel mit der EuropĂ€ischen Union. «Also werden wir etwas sehr BetrĂ€chtliches mit der EuropĂ€ischen Union unternehmen», kĂŒndigte er an - ohne jedoch Details zu nennen. Auch einen genauen Zeitpunkt nannte Trump nicht. 

Es ist Trump seit langem ein Dorn im Auge, dass europĂ€ische Unternehmen deutlich mehr Waren in den USA verkaufen als amerikanische Unternehmen in der EU. Er hatte bereits im Wahlkampf weitreichende Zölle angekĂŒndigt. Trump argumentiert, dass US-Firmen dann wieder stĂ€rker in den USA produzierten und damit ArbeitsplĂ€tze geschaffen wĂŒrden.

Einen heftigen Handelsstreit hatte es zwischen den USA und der EU schon in Trumps erster Amtszeit gegeben. 2018 hatte der Republikaner Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte eingefĂŒhrt, die EU reagierte mit Sonderzöllen auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-MotorrĂ€der und Jeans.

Kanada droht mit Gegenmaßnahmen

Der kanadische MinisterprĂ€sident Justin Trudeau droht wegen der möglicherweise bevorstehenden EinfĂŒhrung weitreichender Zölle durch die US-Regierung mit Gegenmaßnahmen. «Wir arbeiten hart daran, diese Zölle zu verhindern, aber wenn die Vereinigten Staaten voranschreiten, ist Kanada mit einer energischen und sofortigen Reaktion bereit», schrieb Trudeau auf der Plattform X. «Niemand – auf beiden Seiten der Grenze – möchte amerikanische Zölle auf kanadische Waren sehen.»

Trump: Zölle werden uns reich machen

«Die Zölle werden uns sehr reich und stark machen», sagte Trump. Der US-PrĂ€sident kĂŒndigte auch Einfuhrabgaben auf Computer-Chips, Öl, Gas sowie Stahl und Kupfer an. Auch fĂŒr Pharma-Produkte sollten höhere Zölle erhoben werden, um die amerikanische Pharmaindustrie zu stĂ€rken.

Eine mögliche Verteuerung importierter Waren betrachtete er als «vorĂŒbergehende Störung». Kritik an Trumps Vorgehen kam von Chuck Schumer, dem demokratischen MehrheitsfĂŒhrer im Senat. «Es wĂ€re schön, wenn sich Donald Trump darauf konzentrieren wĂŒrde, die Preise zu senken, statt sie anzuheben», schrieb er in einer in Washington verbreiteten ErklĂ€rung. Trump ziele mit seinen Zöllen auf LĂ€nder wie China, Kanada und Mexiko, doch treffe er stattdessen die Brieftaschen der Amerikaner. Sollten die Zölle tatsĂ€chlich in Kraft treten, wĂŒrden sie die Preise fĂŒr Lebensmittel, Autos und Benzin anheben. Damit wĂ€re es fĂŒr Mittelklasse-Familien noch schwerer, durchzukommen.

Trump wollte entsprechende Zölle ursprĂŒnglich am Tag seiner Vereidigung einfĂŒhren, rĂŒckte dann aber davon ab und nannte den 1. Februar als Stichtag. Offen ist, ob die Strafmaßnahmen durch Verhandlungen hinter den Kulissen noch abgewendet werden.

@ dpa.de