Pisa-Schock, Stark-Watzinger

Pisa-Schock: Stark-Watzinger dringt auf GrundgesetzÀnderung

08.12.2023 - 17:30:55

Schulische Bildung ist laut Grundgesetz LĂ€ndersache - dem Bund sind weitgehend die HĂ€nde gebunden. Die zustĂ€ndige Ministerin wĂŒrde das gern Ă€ndern.

Als Reaktion auf die schlechten Ergebnisse deutscher SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bei der jĂŒngsten Pisa-Studie hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger eine Änderung des Grundgesetzes ins GesprĂ€ch gebracht.

«Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass das Grundgesetz uns eine Zusammenarbeit zwischen dem Bund und einem Teil der BundeslĂ€nder erlaubt, ich nenne das eine Koalition der Willigen. So könnte man schneller Projekte anstoßen», sagte die FDP-Politikerin der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Wir mĂŒssen schneller handeln können, um Bildung gut zu organisieren. Pisa zeigt, dass die Zeit drĂ€ngt», mahnte die Ministerin.

Schulische Bildung ist in Deutschland nach dem Grundgesetz Sache der BundeslĂ€nder. Der Bund kann zwar mit Förderprogrammen wie dem Digitalpakt unterstĂŒtzen, muss dafĂŒr aber aufwendig VertrĂ€ge mit den LĂ€ndern aushandeln.

«Wir mĂŒssen gezielt fördern»

Stark-Watzinger schlug ferner vor, die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Kitas von den Familienministerien in die Kultusressorts zu verlagern. «Kitas sind Bildungseinrichtungen. FĂŒr mich gehören sie in die Kultusministerien», betonte sie.

Zudem brauche es eine offene Debatte ĂŒber Bildungspolitik in einem Einwanderungsland, betonte Stark-Watzinger. «Es hilft niemanden, dieses Thema zu tabuisieren oder in eine populistische Ecke zu stellen. Wir mĂŒssen gezielt fördern. Also vor allem dort unterstĂŒtzen, wo es am dringendsten gebraucht wird. Wo zu Hause eben kein BĂŒcherschrank steht oder ausreichend Deutsch gesprochen wird.» Hier setze das Startchancen-Programm an, das etwa 4000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ab dem nĂ€chsten Schuljahr besonders stĂ€rken soll. «Wir mĂŒssen gerade an die Sprachkompetenzen ran und das möglichst frĂŒh», mahnte Stark-Watzinger.

In der am Dienstag veröffentlichten Studie hatten die deutschen 15-/16-JĂ€hrigen im Lesen, in Mathematik und in Naturwissenschaften die schwĂ€chsten Leistungswerte erreicht, die fĂŒr Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden.

@ dpa.de