VW-Gewinn bricht um ein Drittel ein - Umsatzprognose gesenkt
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:06 Uhr | dpa.deDer Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht. In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unterm Strich noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Zudem wurde der Umsatzausblick für das Gesamtjahr gekappt. Statt einem Umsatzplus von bis zu 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet VW-Chef Oliver Blume nun 2026 im besten Fall nur noch eine stabile Entwicklung. Es könnten aber auch bis zu 3 Prozent weniger Erlös werden, wie der Dax-Konzern mitteilte.
China drückt auf Verkaufszahlen
Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus.
Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, hatte Konzernchef Blume bereits im Frühjahr erklärt. Er plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand - zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen.
Unter anderem will das Management rund 11 Milliarden Euro an jährlichen Verwaltungskosten einsparen - das ist ein Viertel des bisher einkalkulierten Werts im indirekten Bereich - also außerhalb der Produktion. Aber auch in den Werkshallen will Blume bei den Kapazitäten den Rotstift ansetzen. Der Konzern soll insgesamt auf eine Produktion von 9 Millionen Fahrzeugen jährlich getrimmt werden, rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Die Zahl der Modelle soll um die Hälfte und die der verwendeten Komponenten gar um drei Viertel schrumpfen.
Widerstand gegen neue Sparpläne
Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.
Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.
Renditeperlen weiter schwach
Nach wie vor läuft es bei den einstigen Renditebringern Audi und Porsche nicht rund. Im zweiten Quartal ging der Umsatz bei Audi von 17,1 auf 15 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis fiel noch einmal etwas schwächer aus als ein Jahr zuvor. Beim Sportwagenbauer Porsche AG sank der Umsatz im Autogeschäft - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - von 8,3 auf 7,8 Milliarden Euro. Porsche steckt ebenfalls in einem großen Umbau und will weitere Stellen streichen.
