Armutsrisiko steigt durch rassistische Diskriminierung
07.05.2024 - 09:17:09Wer rassistischer Diskriminierung ausgesetzt ist, hat in Deutschland laut einer Studie des Deutschen Zentrums fĂŒr Integrations- und Migrationsforschung ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko. Wie die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, gilt dies auch dann, wenn die von Rassismus Betroffenen ein hohes Bildungsniveau haben und arbeiten.Â
Bei den VollzeiterwerbstĂ€tigen sei die Wahrscheinlichkeit, unter der Armutsschwelle zu leben, zwar geringer, «es sind jedoch weiterhin deutliche Unterschiede zwischen rassistisch markierten und nicht rassistisch markierten Personen erkennbar», stellen die Forscher fest. WĂ€hrend das Armutsrisiko fĂŒr in Vollzeit erwerbstĂ€tige deutsche MĂ€nner und Frauen ohne Migrationshintergrund bei jeweils fĂŒnf Prozent liege, sei die Wahrscheinlichkeit, von Armut betroffen zu sein, bei muslimischen MĂ€nnern in VollzeitbeschĂ€ftigung mit 21 Prozent wesentlich höher.Â
Schwarze Frauen mit Vollzeit-Job hĂ€tten mit 22 Prozent ein sehr hohes Armutsrisiko. FĂŒr in Deutschland geborene Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Ausbildung im Inland absolviert haben, sei das Armutsrisiko zwar geringer als fĂŒr Zuwanderer, die ihre Qualifikation im Ausland erworben haben. Die Chancen auf ein gutes Einkommen seien jedoch auch fĂŒr diese Gruppe geringer als fĂŒr Deutsche ohne Migrationsgeschichte mit vergleichbarem Bildungsabschluss. Â
Die Studie basiert nach Angaben des Instituts auf einer Erhebung des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors, fĂŒr den seit 2022 rund 13.000 Menschen regelmĂ€Ăig befragt werden. Die reprĂ€sentative Online-Befragung soll Einblicke in die Einstellungen und Erfahrungen verschiedener Bevölkerungsgruppen ermöglichen. FĂŒr die Analysen waren die Teilnehmer der Befragung gefragt worden, ob sie sich einer dieser Gruppen zugehörig fĂŒhlen: Schwarze Menschen, Asiaten, Muslime. Nach Angaben der Autoren der Studie fĂ€llt das Armutsrisiko bei FlĂŒchtlingen aus Syrien und Afghanistan, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, besonders hoch aus.  Â


