Manuela Schwesig, Bärbel Bas

Schwesig soll sich nach Bas-Kritik bei der Union entschuldigen

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 10:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Nach Schwesigs Kritik am Umgang der CDU mit Bärbel Bas fordern führende Unionspolitiker eine Entschuldigung. Zugleich drängen sie darauf, die Reformarbeit der Koalition fortzusetzen.

Unionspolitiker verlangen Entschuldigung von Schwesig
Manuela Schwesig (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Streit um Schwesigs Kritik an der CDU

  • Christoph Ploß fordert Manuela Schwesig auf, sich für ihren Vorwurf zu entschuldigen.
  • Günter Krings weist persönliche Angriffe auf Bärbel Bas zurück und spricht von fehlenden Beispielen.
  • Beide Unionspolitiker verlangen, dass die Koalition ihre Sachaufgaben und Reformen voranbringt.

Nach dem Vorwurf von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, der Umgang der CDU mit der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas sei „unmenschlich“ gewesen, verlangen Unionspolitiker eine Entschuldigung. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß sagte der „Rheinischen Post“, Schwesig habe sich verrannt und solle ihre Äußerung zurücknehmen.

Ploß spricht von einem „üblen Foul“

Ploß bezeichnete Schwesigs Vorwurf als „ein übles Foul“ und verwies auf die Erwartungen an die schwarz-rote Koalition. Die Bevölkerung erwarte zu Recht, dass die seit Wochen ausgearbeiteten Reformen nun umgesetzt würden, sagte der CDU-Politiker.

Krings weist Angriffe zurück

Unionsfraktionsvize Günter Krings erklärte, er sei über Schwesigs Vorwürfe „hochgradig verwundert“. Für angebliche persönliche Angriffe auf Bas in den vergangenen Wochen habe Schwesig keinerlei Beispiele nennen können, weil es diese nicht gegeben habe, sagte Krings.

Statt mit solchen Behauptungen von innerparteilichen Personaldebatten abzulenken, solle die Koalition ihre vielfältigen Sachaufgaben abarbeiten, forderte der CDU-Politiker. Der Streit folgt auf Bas’ Rücktritt als Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende am 12. Oktober.

Der Streit zwischen SPD und Union fällt in eine ohnehin angespannte Phase der schwarz-roten Koalition. Bärbel Bas begründete ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende am 12. Oktober neben einem familiären Trauerfall auch mit öffentlichen Angriffen, darunter aus den Reihen des Koalitionspartners.

Manuela Schwesig stellte sich daraufhin öffentlich hinter Bas und bewertete das Vorgehen der CDU als „unmenschlich und rücksichtslos“. Die Unionspolitiker Christoph Ploß und Günter Krings weisen diese Darstellung zurück und verlangen eine Entschuldigung beziehungsweise eine Rückkehr zur Sacharbeit.

Reformdruck belastet die Koalition

Im Zentrum des politischen Konflikts stehen Reformvorhaben bei Rente und Arbeitsmarkt. Unionspolitiker drängen auf Entscheidungen, während in der SPD die Sorge vor sozialpolitischen Einschnitten eine wichtige Rolle spielt. Der Rücktritt von Bas verschärft damit nicht nur eine persönliche Debatte, sondern berührt auch die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung.

Für die Koalition ist entscheidend, ob CDU/CSU und SPD nach dem Führungswechsel wieder zu gemeinsamen Verfahren finden. Die Forderung nach einer Entschuldigung zeigt, dass die Auseinandersetzung zunächst auf der politischen Beziehungsebene weitergeht. Zugleich erhöht der Streit den Druck auf die SPD, ihre Spitze und das Arbeitsministerium neu zu ordnen und bei den angekündigten Reformen eine tragfähige Linie zu entwickeln.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Schwesig nennt Angriffe der Union auf Bas "unmenschlich"“ (12.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Schwesigs scharfe Kritik nach Bas’ Rücktritt und ordnet sie in die Debatte über den Zusammenhalt der Regierung ein. Im Mittelpunkt stehen die Vorwürfe gegen die Union und die dadurch verschärften Fragen für die Koalition.

NDR: „Nach Bas-Rücktritt: Schwesig kritisiert Verhalten der Union“ (12.10.2026)

Der NDR stellt neben Schwesigs Kritik auch die Reaktion von Bundeskanzler Friedrich Merz heraus, der auf das geäußerte Mitgefühl der CDU verweist. Damit wird der Gegensatz zwischen der Bewertung der öffentlichen Angriffe und der Darstellung der Union sichtbar.

Beide Beiträge bestätigen den Ausgangspunkt der Kontroverse. Unterschiede liegen vor allem im Schwerpunkt: Während n-tv die Belastung des Regierungszusammenhalts betont, stellt der NDR die unterschiedlichen Deutungen von Mitgefühl und Angriffen gegenüber.

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