Deutschland, Steuern

Koalition vereinbart «Arbeitsprozess» fĂŒr Reformen

13.05.2026 - 06:00:06 | dpa.de

Sechs Stunden haben Union und SPD im Kanzleramt beraten - in «guter, vertrauensvoller AtmosphĂ€re», wie es heißt. Die Liste der bekanntgegebenen Ergebnisse fĂ€llt kurz aus.

Die Koalitionsspitzen tagten diesmal wieder im Kanzleramt. - Foto: Michael Kappeler/dpa
Die Koalitionsspitzen tagten diesmal wieder im Kanzleramt. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen «Arbeitsprozess» verstĂ€ndigt, um die geplanten Sozial- und Steuerreformen in den nĂ€chsten Wochen auf den Weg zu bringen. NĂ€here Einzelheiten dazu wurden nach der sechsstĂŒndigen Sitzung der Spitzenrunde allerdings nicht genannt. Die Runde habe «in guter, vertrauensvoller AtmosphĂ€re getagt», hieß es. 

Mit Blick auf den Haushalt 2027 legten sich die KoalitionĂ€re darauf fest, keine RĂŒcklagen in Milliardenhöhe zum FĂŒllen von LĂŒcken zu nutzen, wie es aus Koalitionskreisen weiter hieß. Das war aber auch schon in den Haushalts-Eckwerten so angelegt, die das Kabinett Ende April beschlossen hatte. Der CO2-Preis soll bei 55 bis 65 Euro stabil gehalten werden. Es werde eine Finanzierung im Klima- und Transformationsfonds (KTF) sichergestellt, hieß es dazu aus Teilnehmerkreisen. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis fließen in den KTF.

Erstes Treffen seit Beratungen in der Villa Borsig

Weitere Ergebnisse wurden zunÀchst nicht kommuniziert. Es war das erste Treffen des zentralen Entscheidungsgremiums der schwarz-roten Koalition seit den zweitÀgigen Beratungen in der Berliner Villa Borsig, die als Tiefpunkt der aktuellen Regierungskrise gelten.

Damals wollten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Co. die großen Sozial- und Steuerreformen in die Spur bringen. Nach zwei Tagen mit teils lautstarken Auseinandersetzungen blieben die Ergebnisse gemessen an den Erwartungen der Öffentlichkeit aber mau. 

Diesmal ging es vor allem darum, nach Wochen voller Streitereien wieder neues Vertrauen herzustellen. Dazu kehrte die Spitzenrunde an ihren ĂŒblichen Tagungsort zurĂŒck: ins Kanzleramt.

Was wird aus der EntlastungsprÀmie? 

Unklar blieb nach der Sitzung zunĂ€chst, was aus einem der wenigen Ergebnisse des letzten Koalitionsausschusses wird. In der Villa Borsig hatten sich Union und SPD auf zwei Maßnahmen verstĂ€ndigt, um die im Zuge des Iran-Kriegs drastisch gestiegenen Energiepreise abzufedern: einen Tankrabatt von 17 Cent und die Möglichkeit, eine EntlastungsprĂ€mie von bis zu 1.000 Euro steuerfrei an Arbeitnehmer auszuzahlen. Die PrĂ€mie hatte der Bundesrat am Freitag ĂŒberraschend gestoppt, weil der Großteil der LĂ€nder mit der Kostenverteilung nicht einverstanden ist. 

Die Bundesregierung muss sich nun entscheiden, ob sie den Vermittlungsausschuss von Bund und LĂ€ndern anrufen will, um nach einem Kompromiss zu suchen. Schon vor dem Koalitionsausschuss galt als sehr wahrscheinlich, dass sie das nicht tun und im Zuge der Beratungen ĂŒber die Einkommensteuerreform nach einem Ersatz suchen wird. In allen öffentlichen Äußerungen wurde die Entscheidung aber bisher offen gelassen.

Wann kommt der Vorschlag fĂŒr die Steuerreform?

Wann ein erster Vorschlag fĂŒr die Einkommensteuerreform vorgelegt wird, blieb ebenfalls offen. SPD-GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf hatte vor dem Treffen Tempo angemahnt. Die Einkommensteuerreform mĂŒsse nun «schnellstmöglich an den Start gehen», sagte er dem «Tagesspiegel». Ein Vorschlag von Finanzminister Klingbeil sei «in den nĂ€chsten Wochen, vielleicht auch schon in den nĂ€chsten Tagen» zu erwarten.

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