Deutlich, Personal

Deutlich mehr pÀdagogisches Personal in KindergÀrten

24.01.2024 - 09:28:17

Seit 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf Betreuung fĂŒr Kinder zwischen ein und drei Jahren. Wie hat sich das ausgewirkt auf Erzieher und TagesmĂŒtter? Das Statistische Bundesamt hat nachgerechnet.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der BetreuungskrÀfte in der Kindertagespflege stÀrker gewachsen als die Zahl der betreuten Kinder.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, arbeiteten zum 1. MĂ€rz 2023 rund 702.200 pĂ€dagogische KrĂ€fte in Kindertageseinrichtungen. Im Jahr 2013 - als der Rechtsanspruch auf Betreuung fĂŒr ein- bis dreijĂ€hrige Kinder in Kraft trat - waren es nur 465.000 Personen. Die Zahl stieg also um 51 Prozent.

Die Zahl der Kinder, die in Tageseinrichtungen betreut werden, stieg im selben Zeitraum nur um 22 Prozent: von 3,21 Millionen im Jahr 2013 auf 3,93 Millionen im Jahr 2023. «Der Anstieg ist vor allem auf den Ausbau der Betreuung unter DreijĂ€hriger zurĂŒckzufĂŒhren», berichteten die Statistiker in Wiesbaden: 721.600 Kinder unter drei Jahren wurden zuletzt in Tageseinrichtungen betreut, das waren 43 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Viele TeilzeitkrÀfte

Wieso gilt die Personalsituation in vielen Kitas dennoch als angespannt? «Das liegt unter anderem am stÀrkeren Anstieg der Zahl unter DreijÀhriger in Betreuung, die eine intensivere Betreuung brauchen als Àltere Kinder», erklÀrten die Statistiker. So kamen 2022 in Gruppen mit Kindern unter drei Jahren auf eine Betreuungskraft im Schnitt vier Kinder. In Gruppen ab drei Jahren bis zum Schuleintritt waren es fast doppelt so viele.

«Ein weiterer Grund fĂŒr die personelle Notlage vieler Kitas dĂŒrfte darin liegen, dass der Anteil der Kita-BetreuungskrĂ€fte in Vollzeit vergleichsweise gering ist», ergĂ€nzten die Statistiker: Zwei Drittel des pĂ€dagogischen Kita-Personals im Jahr 2023 arbeitete in Teilzeit.

Weniger TagesmĂŒtter betreuen mehr Kinder

Statt in eine Kita geben manche Eltern ihre Kinder lieber zu einer Tagesmutter oder in seltenen FÀllen zu einem Tagesvater. Hier hat sich in den vergangenen zehn Jahren das BetreuungsverhÀltnis stark verÀndert.

2023 waren in der Tagespflege rund 41.200 TagesmĂŒtter und -vĂ€ter tĂ€tig, sechs Prozent weniger als im Jahr 2013. Parallel nahm die Zahl der Kinder, die von öffentlich geförderten TagesmĂŒttern oder -vĂ€tern betreut wurden, um 19 Prozent auf 166.700 zu.

Viele Junge, mehr MĂ€nner

Die pĂ€dagogisch tĂ€tigen Personen in Kitas sind laut Bundesamt vergleichsweise jung. Gut 40 Prozent von ihnen waren im MĂ€rz 2023 jĂŒnger als 35 Jahre. Damit ist das Personal jĂŒnger als der Durchschnitt der ErwerbstĂ€tigen. Im Jahr 2022 schlossen rund 53.100 Menschen eine Ausbildung in drei hĂ€ufigsten erzieherischen Ausbildungsberufen ab: als Erzieherin, Sozialassistentin oder Kinderpflegerin.

«In den genannten Erziehungsberufen absolvieren deutlich mehr Frauen als MÀnner eine Ausbildung», berichtete das Bundesamt. «Der MÀnneranteil ist in den vergangenen zehn Jahren jedoch gestiegen.» Der MÀnneranteil in den drei Ausbildungsberufen stieg von knapp 14 Prozent im Jahr 2012 auf knapp 18 Prozent im Jahr 2022.

Anerkennung selten

Zu diesen AbschlĂŒssen kommen solche dazu, die im Ausland erworben und in Deutschland anerkannt wurden. Aber das ist schwer, wie ein Vergleich der Zahlen zeigt. Nur 2232 Verfahren zur Anerkennung eines auslĂ€ndischen Berufsabschlusses als Erzieher gab es im Jahr 2022. Und davon wurden lediglich 1509 positiv beschieden. Laut Statistik gilt der Abschluss als Erzieherin oder Erzieher dennoch «zu den Top 10 in der Rangliste der Berufe mit den meisten Anerkennungsverfahren auslĂ€ndischer AbschlĂŒsse».

@ dpa.de