Miersch, Raum

Miersch sieht Raum fĂŒr Gerhard Schröder in der SPD

29.10.2024 - 17:04:25

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird der Altkanzler wegen seiner Freundschaft zu Putin von der SPD-Parteispitze geÀchtet. Der neue GeneralsekretÀr schlÀgt nun andere Töne an.

Der neue SPD-GeneralsekretĂ€r Matthias Miersch ist auf den umstrittenen Altkanzler Gerhard Schröder zugegangen und hat deutlich gemacht, dass er diesen als Teil der Partei sieht. Auf eine Frage, ob es Raum fĂŒr Schröder in der deutschen Sozialdemokratie geben mĂŒsse, sagte Miersch dem «Stern»: «Ja. Sonst hĂ€tte Gerhard Schröder aus der Partei ausgeschlossen werden mĂŒssen».

Der Altkanzler hĂ€lt trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine an seiner Freundschaft mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin fest und ist weiterhin fĂŒr die mehrheitlich russischen Gesellschaften der Nord-Stream-Pipelines durch die Ostsee tĂ€tig. Von der SPD-FĂŒhrung wird er deshalb ausgegrenzt. Ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn scheiterte aber.

Miersch, der im vergangenen Jahr als Vorsitzender von Schröders Heimat-SPD-Bezirk Hannover an der Feier zur 60-jÀhrigen Parteimitgliedschaft des Altkanzlers teilnahm, betonte: «Wir haben zwei Schiedsgerichtsverfahren gegen Gerhard Schröder gehabt. Beide haben ihm bescheinigt, dass er sich nicht parteischÀdigend verhalten hat.» Der Fall sei «aus juristischen Gesichtspunkten abgeschlossen». 

Miersch: Politische Leistungen von Schröder anerkennen

Vielmehr warb Miersch dafĂŒr, die politischen Leistungen des Altkanzlers zu wĂŒrdigen. «Ich kann seine Lebensleistung, gerade als Vorsitzender des Bezirks Hannover, insgesamt wĂŒrdigen, auch wenn ich eine fundamental andere Auffassung in Sachen Putin und Angriff auf die Ukraine habe», sagte der SPD-GeneralsekretĂ€r.

Kritik kam von den Jungen Liberalen. Die FDP-Nachwuchsorganisation forderte die SPD auf, ihr VerhĂ€ltnis zu Russland schnellstmöglich zu klĂ€ren. «Zeitenwende muss auch heißen: Zeit, die Moskau-Connection restlos aufzuklĂ€ren», sagte die Bundesvorsitzende Franziska Brandmann laut Mitteilung.

@ dpa.de